Schlagwort-Archive: Bücher

Welpen sind wie Bücher

img_4646

Ich bin ja Muse. Meine Schwester Justy ist nun Mutter. Ich schreibe Bücher. Sie schreibt Stammbäume. Das heißt, sie muss die Protagonisten nicht erfinden, sie bringt sie komplett auf die Welt.  Sieben Stück auf einmal. Und jeder ist anders. Jeder ist ein eigenes Buch und wird gelesen von seinen zukünftigen Zweibeinern … und schreibt Geschichten … Hab’s ein schönes langes gesundes glückliches Leben meine Weffen und Wichten!

Buchstabenjagd

Miss Lomax und Michaela Seul freuen sich, weil sie wieder ein Buch fertig geschrieben haben

Wochenlang sind wir durchs Alphabet gestreift, haben nachts mit morschen Diphthongen Lagerfeuer entzündet und Konsonanten gegrillt. Hin und wieder haben wir ein i-Pünktchen erlegt. Wir haben manche Schlacht mit dem Fehlerteufel gewonnen, und jetzt sind wir angekommen. Wir haben wieder ein Buch fertiggeschrieben. Jetzt schweigen wir eine Runde, schauen in den Himmel und … zeichnet sich da nicht das nächste Abenteuer ab? Siehst du, was ich sehe …

 

Verbal Hornung

IMG_3057

Das ist quasi sichtbar gewordenes Gedankengut. Rehböcke werfen ihr Gehirnschmalz ab. Im Lauf eines Jahres kommt da so einiges zusammen. Ich frage mich oft, was wohl so im Kopf von Zweibeinern gedeiht,  denn nicht alle schreiben ja Bücher wie meine Chefin. Man könnte sagen, ich rieche in ihr wie in einem offenen Buch.

Gewalt gegen Bücher

Hauspost CoverbildNein, ich kann Bücher nicht in den Altpapiercontainer werfen. Wenn ich ein Buch weggebe, und es kann mir noch so wenig gefallen, muss ich es in gute Hände geben. Das ist fast schon zwanghaft. Ich spende es, bei schlechten Büchern mit schlechtem Gewissen, aber sagte nicht schon Michael Krüger, die meisten Leser würden leider schlechte Bücher lieben? Oder ich setze sie an Orten aus, wo Hoffnung besteht, dass sie adoptiert werden. Weiterlesen

Der fliegende Schreibtisch

Hauspost CoverbildManchmal sehe ich Arbeitszimmer von Leuten, da möchte ich nur noch wegrennen. Steht da irgendwo ein Schreibtisch? Man sieht ihn nicht. Alles voller Papier, Zettel, Notizen, Bücher. Und alle schreien: Zu mir! Lies mich! Hör mir zu! Ich bin wichtig!

Leute, die so leben, nennen dieses Chaos kreativ. Schön, wenn sie sich darin zurechtfinden. Bei mir sieht es anders aus. Alte Themen werden weggeräumt, Zettel an die richtigen Stellen gelegt, spiegelglatt wie ein See am Morgen liegt der Schreibtisch vor mir. Nichts lenkt mich ab von dem, was jetzt entstehen soll. Eine neue Welt. Mein Schreibtisch ist mein fliegender Teppich und je weniger Gepäck wir dabei haben, desto höher steigen wir auf.

Schwarzweiß

Hauspost CoverbildIm Nachruf auf den verstorbenen Schauspieler wird spätnachts eine Fernsehdiskussion aus den 1970er-Jahren gezeigt. Schwarzweiß, klar. Und alle rauchen! Der Moderator der Diskussion steht sogar auf und gibt dem Schauspieler Feuer. Ich bin fassungslos und frage mich, was ich wohl in zwanzig, dreißig Jahren am heutigen Normalen ungewöhnlich finden werde. Und ob das dann das ist, was von gestrigen Büchern übrig bleibt: Die Freude am seinerzeit Normalen. Die vor uns haben immer gesponnen und waren barbarisch, und das sind wir im Rückblick auch.