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Rehview

Aus der Schreibmaschine geplaudert

Als Ghostwritern bin ich normalerweise für Menschen tätig. Und das war ich in gewisser Weise auch diesmal – doch eigentlich habe ich „Wildwechsel“  für ein Reh geschrieben und über ein Reh, eine sehr besondere Liebesgeschichte zwischen Susa Bobke und Schneewittchen, dem Rehkitz, das sie gerettet und ausgewildert hat. Mittlerweile ist es acht Jahre alt und zwölffache Mutter.

„Hallo, ich bin deine Ghostwritern“, sagte ich zu dem Reh. Es schaute mich ohne Neugier an. Es nahm mich einfach hin wie alles. Vor mir als Menschin wäre es weggelaufen. Aber ich kam ja mit Susa Bobke, seiner Adoptivmutter, und so zählte ich zu den Guten. Ich durfte das Reh streicheln und erzählte ihm von seinem Buch. Die Ohren, man nennt sie Lauscher, spielten. Was für eine wilde Situation. Ich erzähle einem Reh von seinem Buch. Und ich versprach ihm, seine Grenzen zu wahren. Doch kann ich das? Kenne ich als Mensch die Grenzen eines Rehs? Was ist ihm peinlich, ist ihm das peinlich? Sein eigenes Buch abzuschlecken? Oder ist es einfach die rehliche Art, Autogramme zu geben …

Wildwechsel:Schneewittchen mag ihr Buch.

Gepostet von Susa Bobke am Samstag, 31. März 2018

 

Wildwechsel

Mit Susa Bobke habe ich schon mehrere Bücher geschrieben, darunter auch der Bestseller „Männer sind anders. Autos auch.“ Mit diesem Buch zeigt sie sich von einer ganz anderen Seite, und es ist mir eine Ehre, diese Seiten mit Buchstaben begleitet zu haben.

 

 

Schockernte

„Da liegt eins! Da liegt eins!“ Die Stimme des kleinen Jakob durchschnitt den Sommernachmittag und den schweren Heugeruch, der über dem Tal hing. Die Bauern mähten wie die Nähmaschinen. Nach vielen Gewittern war für die nächsten Tage ein stabiles Hoch vorhergesagt. Nur sehr wenige Landwirte laufen vor dem Mähen durch die Wiesen, um nach Kitzen zu suchen. Man schätzt, dass pro Jahr in Deutschland eine halbe Million Wildtiere „vermäht“ werden. Ich war sehr froh, dass Jakobs Vater mir in meiner Eigenschaft als Jägerin in diesem Revier rechtzeitig vor dem Mähen Bescheid gegeben hatte. Trotz seiner vielen Arbeit auf dem Hof half er beim Suchen. Und nun hatte sein fünfjähriger Sohn ein Kitz gefunden, aber wo? Das Gras stand mir bis zum Bauchnabel, und es dauerte eine Weile, bis ich die Kinderhand über den Grasspitzen winken sah. Ich bahnte mir einen Weg durch die blühenden Gräser zu Jakob. Er strahlte mich an und zeigte auf eine kleine Fellkugel.

„Super hast du das gemacht“, lobte ich ihn.

Das Kitz schaute mich an. Keine Angst im Blick, aber auch keine Freude, seinen Rettern zu begegnen. Unter ein Büschel Gräser geschmiegt lag es da, so eins mit seiner Umgebung, dass man es leicht übersehen konnte, auch wenn man nah daran vorbeiging. Es war vielleicht eine Woche alt und wunderschön. Ein so süßes Kitzgesicht mit schwarzen Rehaugen und sehr langen Wimpern, mit riesengroßen Hasenohren und vielen weißen Punkten auf dem hellbraunen Fell. Ich bewegte mich langsam, um es nicht zu erschrecken. Ich sprach nicht, aber ich dachte zu dem Kitz hin: Ich trage dich jetzt raus aus dem Gefahrengebiet. Ich passe gut auf, dass ich dein Fell nicht berühre. Nichts wird dir geschehen. Weiterlesen

Rehligion

Das ist meine Gang, der Moll, das Reh und ich, die Miss Lomax, Muse der Schriftstellerin Shirley Michaela Seul, die unter www.flipper-privat.de einen Hundeblog führt

Zweibeiner sagen, sie können sich nicht riechen. Das heißt nicht etwa Nasenstau, sondern dass sie sich nicht mögen.  Ich finde nicht, dass das Reh so riecht, dass ich es mögen müsste. Und es setzt sich ja auch nicht hin. Immer eine Extrawurst diese Zicke. Aber ich mag das Reh trotzdem, weil meine Chefin es mag. Die Zweibeiner sagen manchmal, irgendwie kennt jeder jeden und die Welt ist klein. Also muss man auch jemanden kennen, der den, den man nicht mag, doch mag. Das ist dann Rehligion.

Verbal Hornung

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Das ist quasi sichtbar gewordenes Gedankengut. Rehböcke werfen ihr Gehirnschmalz ab. Im Lauf eines Jahres kommt da so einiges zusammen. Ich frage mich oft, was wohl so im Kopf von Zweibeinern gedeiht,  denn nicht alle schreiben ja Bücher wie meine Chefin. Man könnte sagen, ich rieche in ihr wie in einem offenen Buch.

Bambi Verzeihung

Hund und Reh – und wer muss Sitz mache, der Hund. Das Reh darf stehen bleiben. Das findet Miss Lomax, die schwarze Muse der Schriftstellerin Shirley Michaela Seul, die auch einen eigenen Hundeblog führt unter www.flipper-privat.de sehr ungerecht!

Ich finde das unverzeihlich! Als Hund werde ich diskriminiert, obwohl ich so fleißig bin in meinem Job als Muse der Schriftstellerin. Mein Kumpel legt sich hin, ich sitze – und wer macht keine Anstalten, auf den Fingerzeig zu reagieren: Das Reh.

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