Archiv des Autors: Shirley Michaela Seul

Lesen in Zeiten der Corona

Was tun? Natürlich: lesen! Nämlich: endlich! Zeit für Bücher! Wer liest, ist nie einsam und findet Trost und Tipps, Täler zu durchschreiten. Die Leute in den Büchern sind uns vorausgegangen.

 

 

Doch so schnell wie downgelockt wurde, bin ich nicht runtergekommen. Ich habe zwar gelesen, aber Hochgeschwindigkeitsbücher. Die verkehrten alle auf der gleichen Schiene. Im Grunde genommen sind Krimis wie Märchen. Schön gemütlich, weil man weiß, was auf einen zukommt, und genau das wird jetzt so schmerzlich vermisst, wenngleich es immer eine Illusion war.

Mittlerweile, es wird über Lockerungen gesprochen, fühle ich mich endlich auch lockerer, so gelöst sogar, dass ich mich an die Literatur wage. Die benötigt Ruhe. Man kann sie nicht verschlingen, sonst verpasst man sie, Literatur will genossen werden. Und so habe ich vorhin einen Satz gefunden, den ich an diesem stürmischen Sonnentag voller Frühsommersirren gern teile. Er stammt von Gert Heidenreich aus der Erzählung “Die Gnade der späten Geburt”,  und er beschreibt ein “rasendes Wolkentheater”: … Riesenhände voll Wind in die Gassen warf, die restlichen, von der Schneelast befreiten Herbstblätter des Vorjahrs in die Hauswinkel jagte und dort zu kleinen Pirouetten aufdrehte, so daß der ganze Ort sich in eine heiter zerzauste Stimmung versetzt fand.”

Die wünsche ich uns …

 

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Aussteigen, Einsteigen, Los!

Ich bin mit ausgestiegen und eingestiegen und losgefahren. Es war eine wunderschöne Zeit mit dieser außergewöhnlichen Familie!

 

 

Das unbekannte Ausland

Wir parkten vor dem Rathaus in Andechs am Ammersee. „Ich mach das jetzt einfach“, sagte ich zu Diana.

„Einfach“, wiederholte sie.

„Genau so“, bekräftigte ich. Alle hatten gesagt, dass es nicht klappen würde. Aber das hatten wir schon so oft in unserem Leben gehört. Und dann hatte es doch geklappt, wenn auch meistens anders, als wir uns etwas vorgestellt hatten. Das macht das Leben doch so spannend, oder? Weiterlesen

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Alles Geruchssache

Es gibt Bücher, die verändern die Weltsicht. Dieses hier gehört dazu. Es war mir eine große Freude, mit der international führenden Geruchsprofessorin Bettina M. Pause zusammenarbeiten zu dürfen!

 

 

Der Geruchscode

Ohne Ihre Nase könnten Sie dieses Buch nicht lesen. Ohne Gerüche könnten wir Menschen nicht fühlen, erinnern oder sprechen. Wir wären maximal auf einem Entwicklungsstand wie Schwämme, Würmer, Insekten und Quallen. Weiterlesen

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Therapie auf vier Pfoten

Mein drittes Buch mit der wundervollen Stephanie Lang von Langen ist ein ganz besonderes – wer einmal erlebt hat, was Therapiehunde bewirken … der weiß: Gib dem Menschen einen Hund, und seine Seele wird gesund (Hildegard von Bingen).

 

 

 

Lust auf einen Spaziergang mit uns?

Karl steht jeden Morgen um fünf Uhr auf, um es bis acht an seinen Arbeitsplatz zu schaffen, eine Caritas-Werkstatt in der Nähe seiner Wohnung. Der sechzigjährige rundliche Mann mit dichtem, noch immer dunklem Haar leidet seit vielen Jahren an einer Zwangsstörung. Es dauert Stunden, bis er seine Wohnung verlassen kann. Immer wieder muss er kontrollieren, ob der Herd ausgeschaltet, die Fenster verschlossen sind. Im Laufe seiner Erkrankung hat er zeitraubende Rituale entwickelt. „Hoffentlich schafft es Karl diesmal pünktlich“, seufzt eine Therapeutin, als wir vor dem Bus stehen, der uns zu einem Waldlehrpfad bringen soll. Weiterlesen

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60 mal Mama

 

Eines der berührendsten Bücher, das ich jemals schreiben durfte … ich habe viel gelernt über Kinder, Eltern und vor allem: über die Liebe.

 

 

An meinem sechzigsten Geburtstag waren viele meiner Kinder zu Besuch. Sie brachten Freunde und Freundinnen, Familie und Kinder mit, und es wurde ziemlich eng, obwohl ich auf einem alten Bauernhof mit großem Garten lebe. Irgendwann geschah ein Wunder: Ich hatte fünf Minuten für mich allein. Draußen im Garten schaute ich in den Sternenhimmel. Ich denke dabei oft an Kinder. Manche leuchten hell, andere dunkler, viele sieht man kaum. Ich schaue immer ganz tief in den Himmel hinein, weil ich auch die sehen will, die man eigentlich nicht sieht. Weiterlesen

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Der Takt des Lebens

 

Im wahrsten Sinne des Wortes: Mit Herzblut geschrieben! Und im Takt mit dem Herzchirurgen Dr. Reinhard Friedl, der einen völlig neuen Blick auf das Herz eröffnet – meins schlägt für dieses Buch!

 

 

BuBumm BuBumm BuBumm

Sie hören ihn meistens nicht, aber wenn Ihr Herzschlag plötzlich weg wäre, wären auch Sie weg. Denn Sie leben nur von Herzschlag zu Herzschlag. Dazwischen wohnt der Tod. Setzt nach einem Herzschlag kein nächster ein, bleibt die Uhr des Lebens stehen. Manchmal geschieht das im Schlaf oder beim Einkaufen. Kein Mensch kennt die Stunde seines Todes. Weiterlesen

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Die berühmten drei Wünsche

… War ich nicht super ausgebufft? Wenn die gute Fee zu mir kommen würde, hahaha, und mir drei Wünsche freistellen würde, würde ich mir würde, würde, würde, hätte und so weiter … unendlich viele Wünsche wünschen. Ja, das würde sogar klappen mit nur einem einzigen freien Wunsch, hoho! War ich vier oder sechs oder acht oder zehn, als ich diesen genialen Plan fasste? Bin ich zwanzig oder dreißig oder vierzig oder fünfzig und stelle fest, dass die Fee nie aufgekreuzt ist. Wahrscheinlich liegt es es daran, dass ich sie aufs Kreuz hätte legen wollen. Das mögen Feen nicht. Die haben’s nicht so mit Religion, eher mit Rehligionen. Weiterlesen

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Adam Riese

Meine Vorfahren schrieben mit Feder und Tinte, ich begann mit Kugelschreiber und dann mit einer Schreibmaschine. Erst Typen, dann Kugelkopf. Das war zu einer Zeit, als Latte M. modern Kaffee hieß, nicht Bohnenkaffee, wie ihn meine Oma nannte. Es fasziniert mich, wie alles, was einmal modern war, nostalgische Aroma entfaltet. Wie alles Neue alt wird, was man merkt, wenn man selbst nicht mehr ganz neu ist, was man wiederum nicht unbedingt selbst merkt. Weiterlesen

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Buchstaben bis zum Mond

Manchmal lese ich in der Zeitung irgendetwas würde bis zum Mond reichen. Plastikmüll zum Beispiel, wobei der sicher in vielen Runden um den Mond geschlungen werden könnte und dann trüge der Mond nicht nur einen Gürtel, er wäre futsch. Was wiederum für die Lyriker besonders schade wäre. Muse Mond ade, scheiden tut weh. Weiterlesen

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