Archiv des Autors: Shirley Michaela Seul

Buchstaben bis zum Mond

Manchmal lese ich in der Zeitung irgendetwas würde bis zum Mond reichen. Plastikmüll zum Beispiel, wobei der sicher in vielen Runden um den Mond geschlungen werden könnte und dann trüge der Mond nicht nur einen Gürtel, er wäre futsch. Was wiederum für die Lyriker besonders schade wäre. Muse Mond ade, scheiden tut weh. Weiterlesen

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Das Kuscheltierdrama

Co-Autorin von Professor Achim Gruber: Shirley-Michaela-Seul.de

Die Zusammenarbeit mit Professor Dr. Achim Gruber hat mich sehr bereichert, und es war mir eine große Freude, ihm hin und wieder ein Loch in den Bauch zu fragen! 

 

 

Die Schönheitskönigin

Sie war eine Schönheitskönigin. Von perfekter Figur, mit langem, seidig weichem Haar, die geheimnisvoll schimmernden Smaragdaugen groß und die Stimme rauchig. Wie es sich für eine Diva gehört, war sie launisch. Und sehr, sehr wählerisch. Aber ihr Frauchen wünschte sich Nachwuchs. Neulich hatte man 25.000 Euro für die Schönheitskönigin geboten, die auf einer internationalen Zuchtausstellung zur Siegerin gekürt worden war. Doch es wäre dumm gewesen, auf dieses Angebot einzugehen. Denn wenn die Schönheitskönigin ihre Qualitätsgene zweimal im Jahr vererbte, und das war doch wohl normal für eine Katze, könnte Frauchen ein sehr entspanntes Leben führen und sogar eine eigene Zuchtlinie begründen. Ein standesgerecht passender männlicher World Champion war bald gefunden. Fünftausend Euro sollten für einen erfolgreichen Deckakt bezahlt werden, angesichts des zu erwartenden Gewinns durch die wertvollen Nachkommen nicht allzu haarig. Weiterlesen

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O Sohle Mio!

Co-Autorin ist Shirley Michaela Seul

Mit diesem Buch habe ich meine Schuhe an den Nagel gehängt. … Wenigstens hin und wieder. Martl Jung ist auch im Winter barfuß zu unserem Schreib-Treffen gekommen. Es war eine sehr inspirierende Zeit auf nackten Sohlen!

 

 

Für mich ist Barfuß laufen die natürlichste Fortbewegung der Welt – nicht nur im Sommer. Und ja, ich fahre auch barfuß Auto. Andere geben mit Stöckelschuhen Gas, was ich für riskant halte. Man könnte sagen, ich habe die Gewohnheit auf den Kopf gestellt oder auf die Füße. So wie Barfuß laufen für die meisten Leute die Ausnahme ist, sind für mich Schuhe die Ausnahme. Ich denke gar nicht darüber nach; ich stehe morgens barfuß aus dem Bett auf und verlasse barfuß das Haus. Diese nackten Tatsachen haben ihre Gras-Wurzeln in einem Frühling kurz vor der Jahrtausendwende: Weiterlesen

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Schrottpressen lügen nicht

Ich hab auch schon mal gejammert. Dass mein Beruf früher schöner war. Weil er mehr gemenschelt hat. Heute werden Zeitungsmeldungen bereits automatisch verfasst. Bücher auch. Sie werden gehandelt wie Autoreifen, der Inhalt interessiert nicht, Hauptsache es wird Geld damit verdient. Der letzte Schrott wird gedruckt, wenn man was damit verdienen kann. Es heißt, das wollen die Verlage. Sie sagen, das wollen die Leser. Weiterlesen

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Wolkenprosa

Als Kind stellte ich mir das Dasein einer Schriftstellerin, zu der ich heranwachsen wollte seitdem ich gehört hatte, dass ich einmal einen Beruf haben würde, sehr beschaulich vor. Ich würde in einem schönen Zimmer an einem schönen Schreibtisch sitzen und Geschichten erfinden, die ich mit einem gut flutschenden Kugelschreiber auf dickes Papier schreiben würde. Weiterlesen

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Bücher machen glücklich

Bücher machen glücklich, weil

… Lesen den Stress reduziert.

… sich der Wortschatz erweitert und man von Schätzen nie genug haben kann.

… Lesen die Konzentration fördert und je dichter das Leben, desto schöner

… es sexy ist, in viele verschiedene Frauen und Männer zu schlüpfen.

… wir so umweltfreundlich reisen können.

… sie die Kreativität entfachen.

… manche damit besser einschlafen können.

… Oder schönere Träume haben?

… klügere Menschen oft mehr Handlungsspielraum haben.

… Lesen das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, mindert.

Weil es eine der schönsten Nebensachen der Welt ist! Und was fällt dir dazu ein?

 

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Die kann die Tinte nicht halten

AutorInnen, die viel schreiben, werden in Verlagen schon mal verunglimpft als solche, die die Tinte nicht halten können. Vielleicht aber können sie keinen Ehemann halten oder konnten ihr Erbe nicht be-halten, womöglich gab es gar keins, und deshalb müssen sie Geld verdienen. Und weil man mit einem Buch pro Jahr nur in sehr, sehr, sehr seltenen Fällen genug Geld für ein Jahr in Deutschland verdient, schreiben manche zwei oder drei oder mehr. Sie gelten deshalb aber nicht als fleißig und zielstrebig. Denn das kann ja nicht gut sein, was sie da produzieren. Massenware. Ist es so? Weiterlesen

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Vorsätze sind wie Chipstüten

Was ist ein Vorsatz? Ein erster Satz und danach kommt dieser, der zweite? Einem Vorwort folgen viele Wörter.  Vorsätze treten gern ohne Absätze gehäuft am Jahresende auf. Ihre Haltbarkeit ist gering. Vorsätze sind wie Chipstüten. Weiterlesen

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Lieber spät als nie

Natürlich liebe ich alle meine Kinder gleich. Aber bei diesem ist das Herzblut noch ein bisschen dicker!

 

 

Die Ehemannzipation

„Diana, ich ess’ jetzt ein Käsbrot“, sagt mein Vater, und meine Mutter bereitet es ihm mundgerecht zu.

„Diana, ich trink jetzt einen Kaffee“, sagt mein Vater, und mein Mutter setzt Wasser auf. Vor vielen Jahren schob ich mir im Beisein meines Vaters einmal ein Bonbon in den Mund. „Für mich auch“, bat er. Ich reichte ihm eines, er legte es auf die Zunge und rief empört: „Da ist ja noch Papier dran!“

Ich bin eine von sehr vielen, gehöre zu einem geburtenstarken Jahrgang. In meiner Kindheit saß der Mann am Steuer. Papa bestimmte die Route des Familienschiffs und hatte das Ruder in der Hand, Mama ordnete sich unter beziehungsweise schob Papas Ruder mit Charme und Diplomatie in die von ihr gewünschte Richtung. Weiterlesen

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Lesen ist umweltfreundlich

Winter. Leise rieselt das Alphabet. Still und starr ruht der Satz. Weihnachtlich glänzet das Wort. Freuet euch, die Buchwelt kommt bald. Nein, sie ist schon da. Immer da. Ich mag ja den Sommer lieber, viel lieber. ABER! Im Sommer reise ich nach draußen. Schwimmen, radeln, laue Sommernächte. Im Winter reise ich nach innen.  Henning Mankell hat das in Treibsand so genannt: Hinauszusehen oder in sich hineinzusehen ist dasselbe. Und damit hat er Marcel Proust übersetzt: Jeder Leser ist ein Leser seiner selbst. Weiterlesen

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