
Ein Mann grüßt sie, lächelt, sagt „Hübsches Kerlchen.“ Damit meint er mich. Das ist doch klar, da muss man doch nicht korrigieren, besonders nicht, wenn man gerade in keiner Korrektur-, sondern in einer Schreibphase ist. Sie verbessert ihn trotzdem: „Kein Kerlchen.“
Sofort trifft mich ein Röntgenblick am Bauch. Jetzt ist es auch für mich peinlich. Als Hündin stehe ich natürlich über dem Penisneid, der Hundepenis ist ja bei Menschen auch nicht sehr beliebt, da er als Vorrichtung dient, mit der er Gartenmöbel, Ziergegenstände, Autoreifen und wenn’s sein muss auch mal ein Kleinkind befeuchtet. Weiterlesen








Sie setzt sich neben meinen Korb oder bedrängt mich im Liegen, das kann ich ja sowieso nicht ausstehen, aber bitte – wenn sie das so dringend braucht –, und sagt ohne Sinn und Zweck einfach die Namen meiner Freundinnen und Freunde auf. Sie sagt Socke und Moll und Blacky und Nando und Pascha und Chicco und Finn und Licca und Tschörtschi und Moira und Cookie. Und ich soll mich freuen. Bin ich bescheuert? Okay, beim ersten Namen spitze ich die Ohren. Socke ist super. Aber wenn sie dann weitermacht, wie kommen Socke und Moll zusammen? Sie in Windach, er im Allgäu und dann zurück nach München zu Blacky. Da ist kein System drin, das ist Unfug. Aber da ich ja schon ein wenig älter bin, weiß ich, worauf es ankommt. Ich betrachte es also als Ohrgymnastik und spitze brav meine Schlappohren und lege den Kopf schräg, damit ich so aussehe, wie sie es jetzt wohl gerade gerne hätte. Aber ich bin nicht aufmerksam, weil ich mich freue, dass wir die alle sehen, heute. Das ist Quatsch. Ich spitze die Ohren, weil ich mir so meine Gedanken über sie mache. Andererseits ist es natürlich ein sehr angenehmer und lebenserleichternder Vorteil, für dümmer gehalten zu werden, als man ist. Eine weit verbreitete Tugend in unseren Kreisen …