Archiv der Kategorie: Leseproben

Leseproben – die AusLese aus eigenen Büchern und Ghostwritings

Auf den Hund gekommen

Seit fünf Tagen verließ sie das Haus zum ersten Mal. Sie musste einkaufen, zur Post und tanken. Obwohl sie mit dem Gegenteil gerechnet hatte, ging alles glatt. Auf der Post hatten sogar drei der zwölf Schalter geöffnet. Weiterlesen

Der Knochen

Als Elfriede ihren Mann eines morgens unter dem Küchentisch knieend ertappte, war sie zwar etwas erstaunt, doch sie behielt die Fassung – schließlich hatte sie fünf Kinder großgezogen – bis sie den Kauknochen im Mund ihres Mannes entdeckte, den er allem Anschein nach dem Hund entwendet hatte, der eingeschüchtert auf seiner Decke lag und unterwürfig zwischen Elfriede und ihrem Mann hin und her blickte. Weiterlesen

Würstchen im Eintopf

Er stand noch im Flur, da rief sie schon „Wie oft?“

„Dreimal.“

„Und was?“

„Zweimal geschissen und einmal gepinkelt“, erwiderte er, und sie hörte, wie er seine gelben Gummistiefel auf das Parkett fallen ließ, bestimmt spritzte der Schlamm bis zur Türklinke hoch. Weiterlesen

Die Voyeurin

Der Hund lag in seinem Korb unter dem Tisch und rührte sich nicht. Annika konnte nicht erkennen, ob seine Augen geschlossen oder einen Spalt geöffnet waren, aber sie war sicher, sollten sie geschlossen sein, wäre dies eine Falle. Wolfgang stöhnte leise. Obwohl Annika überhaupt nichts gemacht hatte, was ein Stöhnen erklären würde. Ihre Hand lag nur auf seinem Bauch. Wolfgangs Stöhnen bedeutete: tiefer. Wie sein Hund, dachte Annika. Der stöhnte auch, wenn er gestreichelt werden wollte. Weiterlesen

Karma Cooking

Leckeres Buch bei www.flipper-privat.de

Kann man Liebe schmecken? Ja! Das habe ich beim Schreiben dieses Buches von Diana Johannes gelernt. Eine auch kulinarische Bereicherung!

Die Marotte mit der Karotte

Das Bewusstsein darüber, was wir tun, und die liebevolle Ausführung verändern die Stimmung. Es ist als würde die Sonne aufgehen. Bekomme ich das überhaupt mit, wenn ich während des Gemüseschneidens überall bin, nur nicht im Gefühl der Aubergine in meiner Hand? Wenn ich womöglich ständig rede, über andere lästere oder mich über irgendetwas ärgere? Weiterlesen

Entspannt mit Hund

Auch bei meinem zweiten Buch mit Stephanie Lang von Langen habe ich wieder viel über Hunde gelernt: Sind die fünf Grundbedürfnisse des Hundes erfüllt, genießt man ein entspanntes Miteinander. Und natürlich haben unsere Vierbeiner beim Verfassen die Ohren gespitzt und so manche Korrektur hineingewedelt.

 

 

Textprobe

Bellen, beißen, bieseln – Hunde markieren nicht um den heißen Brei herum

Lucy knabberte gern. Allerdings beschränkte sich die belgische Schäferhündin nicht auf die üblichen Accessoires wie Schuhe, sie hatte ihr Repertoire auf Menschenbeine erweitert und schon mehrere Menschen gebissen. „Nicht schlimm“, sagte Frau Huber, ihre Halterin, „nur so ein bisschen gezwickt.“

Das sah das Ordnungsamt anders, nachdem der zuletzt Attackierte sich in der Notaufnahme eines Krankenhauses behandeln lassen musste. Nach einer Wesensüberprüfung bekam Lucy Maulkorb und Leinenpflicht verordnet. Frau Huber fand das ungerecht, weil Lucy doch der liebste Hund auf der Welt war, und wie vorsichtig sie mit Kindern spielte, das müsse man gesehen haben. „Wissen Sie“, erklärte Frau Huber mir, „das liegt an dem ausgeprägten Schutztrieb von der Lucy. Ihre Vorfahren, die waren nämlich alle bei der Polizei.“ Weiterlesen

Jeder Mensch hat seinen Abgrund

Cover Nedopil

Tief blicken in die Abgründe der menschlichen Seele durfte ich beim Schreiben dieses Buches mit dem „bedeutendsten deutschen Gerichtsgutachter“ für forensische Psychiatrie Professor Norbert Nedopil. Ich habe viel gelernt und viele Inspirationen für meine eigene Laufbahn als Kriminelle erhalten, wenngleich ich diese nach wie vor lediglich mit Tasten statt Waffen betreibe.

 

Begegnung mit dem Bedrohlichen

Es trifft Sie wie ein Blitz: Der Mann, dem Sie in der U-Bahn gegenübersitzen, hat seine Frau vor den Augen seiner Kinder getötet. Beim Frühstück haben Sie sein Bild in der Zeitung gesehen, unter der Schlagzeile: Mörder auf freiem Fuß.

Was geht in Ihnen vor? Wie reagieren Sie?

Vielleicht tun Sie so als wäre nichts. Oder Sie wechseln den Sitzplatz, weil Sie sich bedroht fühlen. Es schießt Ihnen die Idee durch den Kopf, ob einer, der schon einmal einen Mord begangen hat, für Sie gefährlich werden könnte. Das ist nicht abwegig: Menschen, die bereits getötet haben, wiederholen eine solche Tat mehr als hundert Mal so häufig wie andere, die keinen Mord begangen haben. Weiterlesen

Essen, was gesund macht

Cover das Buch der Ghostwritern Shirley Michaela Seul

Eine bekömmliche Abwechslung auf meinem Speiseplan: Buchstabensuppe auf chinesische Art. Ich habe viel gelernt  beim Köcheln dieses Buches und auch einen Lieblingsprotagonisten: Professor Peng, so heißt er wirklich. Er hat Peter Asch in die Geheimnisse der chinesischen Küche TCM eingeweiht.

 

 

Hier eine kleine Vor-Vorspeise:

Das bewusste Essen beginnt beim Einkaufen. Mein erster Einkauf mit Professor Peng ist mir unvergessen. Es war am zweiten oder dritten Tag seines Aufenthaltes an der Eilima-Klinik am Chiemsee. Ich fuhr mit ihm nach München, wo ich drei große Asia-Shops ausfindig gemacht hatte. Professor Peng sollte alles einkaufen, was er benötigte. Ich war erleichtert, als ich einen Parkplatz vor der Tür des ersten Ladens fand, die Zeit war knapp bemessen. Ich musste schnell zurück in die Klinik, schließlich sollte ich das Mittagessen vorbereiten. Im Laden packte ich einen Einkaufswagen und raste durch die Warenreihen. Aber wo war der Professor? Ich drehte mich um. Er stand noch immer im Eingangsbereich. Ich blickte auf meine Uhr. Ich wollte ihn nicht drängen, aber die Zeit, meine Zeit raste. Schließlich blieb ich selbst stehen und beobachtete, wie der Professor in einer nervenaufreibenden Langsamkeit die Regale inspizierte. Er schaute viele Waren an, Gemüse nahm er zur Hand, roch auch mal daran oder prüfte seine Konsistenz. Doch er legte kein einziges Lebensmittel in den Wagen. Wir waren ohne Dolmetscher unterwegs. Ich konnte ihn nicht fragen und vermutete, dass ihm die Auswahl in diesem Geschäft nicht gefalle. Also würden wir in das nächste fahren und wenn er dort auch nicht fündig wurde, in das dritte – wenn die Zeit noch reichte. Was fraglich war bei dem Tempo, das der Professor an den Tag legte. Weiterlesen

Yoga unlimited: Feiere dein Leben immer und überall

Cover der Ghostwritern Shirley Michaela Seul

Wenn ich das Buch nur gelesen und nicht auch noch geschrieben hätte, würde ich denken: Das also ist AUCH Yoga? Ja, Yoga ist alles – OIS IS YOGA – und die Zusammenarbeit mit Percy Shakti Johannsen war eine große Freude für mich. Manchmal direkt feierlich bei all der Feierstimmung!

 

 

 

Die Brezenmeditation

Angenommen du betrittst eine Bäckerei in der Absicht, eine Breze zu kaufen. Dein Blick schweift über die Brotkörbe, du erkennst das Objekt deiner Begierde. Hinter der Theke steht noch so ein Ding auf zwei Beinen, und wenn du höflich bist, grüßt du, wenn nicht, verlangst du gleich, weswegen du hier bist: Eine Breze. Okay, du bist freundlich: bitte.

Das Ding hinter der Theke ist kein Brezenautomat, sondern ein Mensch. Und irgendwo in diesem Menschen gibt es einen Little Guru. Du erkennst ihn vielleicht nicht. Doch dein eigener Little Guru nimmt ihn wahr, und so öffnet sich auch dein innerer Blick. Du bist wach und klar und präsent, wenn du dir über deinen Little Guru bewusst bist – der mit dem Little Guru der Verkäuferin kommuniziert. Mit der du mittlerweile ebenfalls in gutem Kontakt bist: Sobald dein Little Guru aktiv ist, bist du offen für andere Menschen. Weiterlesen

Musik im Blut

musik im blut flipper ebook

Der vierte Teil meiner Kriminalroman-Serie 

Nachfolgend eine Blutkonserve, und wenn die nicht genügt, hier der Link zum Nachschub

Es gibt wunderschöne Folterinstrumente. Was ja schon im Wort steckt. Das Instrument bringt den Körper zum Klingen. Man kann Erstaunliches mit ihnen erschaffen. Nicht nur handwerklich, auch künstlerisch.

Folter ist ein ästhetisches Balancieren auf dem Rückgrat, wie es alle wirklich großen Kunstwerke vollbringen. Gerade die kleinen Fingerknöchelchen sind sehr empfindlich, und der Schaden, der dort angerichtet werden kann, ist beeindruckend. Was einmal zu Mehl zerrieben, wächst nicht mehr nach.

„Den kannst du nicht nicht kennen“, behauptete Rechtsanwalt Anton Dürr, bevor er mir den Namen des Menschen nannte, für den ich sterben sollte. Mein erster Auftrag als Bodyguard. Anton zog es vor, mich als Safetygirl zu bezeichnen. Ich fand das klang wie Callgirl. Und war ich dazu nicht zu alt mit meinen reifen 33? Eine gewisse Verwandtschaft ließ sich nicht leugnen: Beide Tätigkeiten fordern starken körperlichen Einsatz.

Ich hielt den Job als Bodyguard für eine Farce, eine verdeckte Aktion, um mir finanziell ein bisschen unter die Arme zu greifen. Wie die meisten Menschen, die mich und meinen Hund kennen, mag er meinen Hund lieber. Was mir nichts ausmacht. Ich mag meinen Hund oft auch lieber als mich.

Anton wies aus dem Fenster, wir saßen mit Blick zum Lenbachplatz.  „Das ist er“, sagte er.

„Der?“ Mir stockte der Atem. „Der ist das?“ Flipper warf mir einen aufmerksamen Blick zu. Er spürt es sofort, wenn ich aus der Balance gerate. „Aber das ist doch ein Weltstar! Spinnst du! Wie soll ich den beschützen?“

„Du begleitest ihn während der fünf Tage, die er wegen seiner drei Konzerte in der Olympiahalle in München verbringt“, erwiderte Anton ruhig. „Keine Gefahrensituationen, das habe ich vereinbart. Du nimmst nur die Termine im intimen Kreis wahr – bis 200 Personen …“ Er rammte seine Kuchengabel in den Mürbeteig. „Sei immer schön diskret. Es soll nicht sichtbar werden, dass du als Personenschützerin agierst.“

„Aber ich …“

„Du hast morgen um dreizehn Uhr einen Termin bei seinem Manager im Hotel Bayrischer Hof“, stellte Anton mich vor vollendete Tatsachen. In diesem Moment begriff ich es in seiner ganzen Tragweite. Ich würde den Zar kennenlernen! Einen Weltstar!  Die drei Konzerte in der Olympiahalle waren binnen Stunden ausverkauft gewesen, der Zar hätte zehn oder mehr geben können. Er war eines der Hauptthemen in den Damenumkleidekabinen der Fitnessstudios, in denen ich unterrichtete. Extrem gutaussehend, extrem geheimnisvoll, extrem erotisch. Ein Gesicht wie gemeißelt, männlich und edel, makellos auch der Körper, geschmeidig und muskulös. Sein dichtes langes schwarzes Haar trug er auf der Bühne offen. Auf seinem aktuellen Konzertplakat sprang er als Wildpferd über einen weißen Flügel. Bis zur Brust der Zar, darunter ein schwarzer Hengst.

… Ob Franza die Richtige für den Job ist? Immerhin: Flipper ist auch schwarz.