Archiv der Kategorie: Leseproben

Leseproben – die AusLese aus eigenen Büchern und Ghostwritings

DarmAlarm!

 

Für Professor*innen habe ich schon öfter geschrieben. Dies hier ist meine erste Zusammenarbeit mit einem Leibnitz Preisträger. Habe wieder viel gelernt und unterwegs auch viel gelacht. Das Thema bietet sich ja an für Wortspiele!

 

 

So fängt es an:

Den Darm wünscht man sich so, wie früher Kinder sein sollten. Am besten man sieht und hört sie nicht. … Und riecht nichts, könnte man hinzufügen. Aber manchmal gibt es Darmalarm.

Denn obwohl dem Darm nun sogar Charme zugeschrieben wurde, salonfähig ist er noch nicht. Ganz tief drin möchten wir von dem, was irgendwo da unten in uns brodelt, am besten nichts hören und gerne auch nichts sehen. Also nicht, wenn wir erwachsen sind. Als Kinder hat uns das Kacka, Drucki, AA oder wie auch immer unsere Eltern es nannten, brennend interessiert. Es war schließlich das Einzige, über das wir Macht hatten, was wir eigenständig produzierten. So begann unser Leben mit Bäuerchen und Blähungen. Über erstere freuten sich unsere Eltern, letztere raubten ihnen den Schlaf. Und auf einmal sind wir erwachsen und keiner wartet auf unser Bäuerchen, und wenn es passiert, ist es uns peinlich. Dieses nicht salonfähige Oben und Unten, nein, damit wollen wir lieber nichts zu tun haben. Sollte der Darmalarm mal ruchbar werden, drehen wir uns gespielt empört um, auch wenn wir wissen, dass uns selbst dieses Malheur entfleucht ist. Doch es gehört nun mal zum Leben. Am besten täglich. Und dann schnell auf die Spülung gedrückt und weg damit. Eine gesunde Darmentleerung fühlt sich gut an. Man hat es auch gern, wenn die Mülltonne leer ist. Und macht es nicht auch schlank? Nein, macht es nicht – dies ist der erste Irrtum von vielen, die auf den folgenden Seiten korrigiert werden. Ich bin ein großer Fan vom Darm, denn er ist ein Wunderwerk. Und für mich als Mediziner nimmt er deutlich mehr Raum ein als den Bauch, er ist ein, wenn auch meterlanger Teil der Verdauung. Sehr häufig haben klassische Darmprobleme ihre Ursache an anderen Stellen der Verdauung: Leber, Bauchspeicheldrüse, Speiseröhre. All diese Schlüsselstellen werden Sie in diesem Buch kennenlernen und am Ende gewiss ein anderes Bild von Ihrem Darm haben, ja vielleicht sind Sie dann auch ein Fan!

Landläufig weiß man, dass er ziemlich lang ist, je nach Tonus und Füllungsstand 5 bis 6 Meter. Man weiß, dass es einen dicken und einen dünnen gibt und einen blinden, der zum Durchbruch neigt. Vor zu erwartenden Schussverletzungen bei Banküberfällen, habe ich einmal in einem Thriller gelesen, sollte man nüchtern bleiben, weil eine Operation im Bauchraum sonst Komplikationen nach sich ziehen könnte.

Viele meiner Patienten fühlen sich durch ihre Erkrankungen tatsächlich wie angeschossen, und oft ist es ihnen nicht möglich, ein „normales“ Leben zu führen. Ihr Darm scheint ein Eigenleben zu entwickeln, lässt sich nicht erziehen, sondern tut, was er will, und meistens dann, wenn er nicht soll. Zuweilen schießt er sogar, auch scharf. Für die meisten Menschen ist Krebs die schlimmste Krankheit, vor der sie sich bei Gedanken an den Darm fürchten. Doch es gibt noch viele andere, kleine und größere und harmlose, die dennoch mordmäßig Eindruck machen, das Leben stark beeinträchtigen. Wenn Sie dieses Buch gelesen haben, werden Sie Ihre eigenen Taktstörungen besser einschätzen können. Sind sie normal oder sollte man das mal abklären lassen?

In der Regel wissen Menschen wenig über die Funktionsweise des gesunden Darms. Verstopfung zum Beispiel ist gesund, auch wenn Pharmaunternehmen mit allerhand Produkten für die Beschleunigung werben. Während man morgens im Büro, ohne mit der Wimper zu zucken berichtet, dass man schlecht geschlafen hat, wird man den Kollegen wohl kaum erzählen, dass man die Kloschüssel schier gesprengt hat oder nach dem Stuhlgang noch mal duschen musste, weil es so anstrengend war. Solche Beichten höre ich meist auch nicht bei der ersten Konsultation. Meine Patienten müssen erst Vertrauen zu mir entwickeln, bis sie mit der Wahrheit herausrücken. Der Darm ist nun mal ein sensibles Thema. Er ist mit Material beschäftigt, das wir nicht besonders appetitlich finden, obwohl wir es ihm mit Appetit zugeführt haben. Das sollte man sich gelegentlich vergegenwärtigen. Wie das, was unten rauskommt, vor einigen Stunden oben aussah. Lecker nämlich. Das stimmt uns vielleicht ein wenig freundlicher. Denn leider sind wir dem Darm gegenüber eher oft ungehalten. Er soll seine Arbeit tun und basta. Wir wollen nicht näher mit ihm befasst sein, freuen uns aber, wenn er aktiv ist. „Wenn’s Arscherl brummt, ist‘ Herzerl gesund“. Und wenn nicht … dann leiden wir, denn der Darm hat feinste Verbindungen zu unserer Seele. An keinem anderen Ort im Körper merken wir so schnell, dass etwas nicht stimmt wie am Verdauungssystem. Die Kehle ist uns zugeschnürt, der Hals wird eng, im Magen drückt es, wir kriegen ein komisches Bauchgefühl. Das alles behalten wir oft für uns. Vor allem wenn es hinten rauskommt. Darin sind wir Menschen gleich. Ein Patient hat mir einmal von seinem Großvater erzählt, der ihm riet: Wenn du Angst vor jemand hast, stell ihn dir auf der Toilette vor.

Ja, der Darm macht uns auf eine ganz besondere Art zu Menschen. Und weil er zur Abfallwirtschaft gehört, wollen wir ihn, der im Untergrund arbeitet, am liebsten dort belassen.

In diesem Buch werden wir ein Licht in die dunklen Windungen des Darms werfen – und in die gesamte Verdauung. Wir steigen tief hinab in dieses lange und gefaltete Schlauchsystem, und ich verspreche Ihnen, dass Sie dort viele Wunder erleben werden. Sie werden erkennen, dass Sie ohne die fleißigen Helfer von der Müllabfuhr kein so schönes Leben führen könnten, wie Sie es hoffentlich tun. Dieser großartige Reinigungstruppe sorgt dafür, dass Sie gesund bleiben. Er kehrt den Rest vom Schützenfest zusammen, presst das Wasser ab und schiebt den kompakten Müll nach draußen, so dass uns nur noch die schönen Seiten bleiben, manchmal leider auf den Rippen. War es nicht ein gelungenes Fest?

Warum es manchmal unangenehm riecht, warum der Stuhl unterschiedliche Brauntöne hat, für das alles gibt es gute Gründe. Der Darm ist so wenig schmutzig wie ein Eimer, mit dem Sie den Boden gewischt haben. Es ist das Wasser, das den Schmutz aufgenommen hat, und das Sie am Ende wegkippen. Wie sauber und schön der Darm ist, sehen Sie bei einer Darmspiegelung. Manche Leute kneifen währenddessen die Augen zusammen. Doch das, was zu Ekel führt, ist gar nicht sichtbar, da spielt uns unsere Phantasie einen Streich. Für mich ist dieses ästhetische Gebilde ein Kunstwerk. Zartrot, sauber, mit einem Gefäßgeflecht verziert, liegt der Darm lebendig vor dem Auge des Betrachters … ist es nicht faszinierend, welche Reisen in das Innere des Körpers uns die endoskopische Technik gestattet? Mit ihrer Hilfe können wir kranken Menschen helfen und Gesunde vor Krankheit bewahren.

Darmprobleme gelten als Volkskrankheit Nummer eins. Die einen können nicht, die anderen zu oft, wieder andere produzieren nur heiße Luft. Die wird dann kurz vor den 20-Uhr-Nachrichten abgelassen, mit kitschigen Protagonisten, die für ein Darmpräparat werben. Ihre Beschwerden sind nach der Einnahme „wie weg“ also auf gut Deutsch: noch da, weil wie weg ist ja nicht weg. Ein Arzttermin wird vereinbart. Mein tägliches Brot sind Verstopfung, Durchfall, Bauchschmerzen und Blähungen, kurz: Darmalarm. Ein leichteres Los scheinen jene zu haben, die nur an Sodbrennen leiden, wobei das höllische Schmerzen bereiten kann.

„Gibt es eigentlich auch was Positives über den Darm zu sagen?“, fragte mich einmal ein Patient.

Da musste ich nicht lange überlegen „Schmetterlinge im Bauch.“

Aber die sind natürlich seltener als Blähungen. Wir essen mehrmals täglich, verlieben uns aber nicht laufend aufs Neue.

Man kann sich auch in die Wissenschaft verlieben, so ist es mir ergangen. Seit meinem Medizinstudium bin ich mit Leib und Seele auch in der Forschung tätig. Viele Jahre lang habe ich in Heidelberg als Ärztlicher Direktor in der Universitätsklinik die Abteilung für Gastroenterologie, Infektionskrankheiten und Vergiftungen geleitet. Heute bin ich in eigener Praxis und in der Forschung tätig. Zudem praktiziere ich als Notarzt und Schiffsarzt. Auf dem Weg zu meinen wissenschaftlichen Erkenntnissen habe ich manchmal sehr unkonventionell gedacht und war gelegentlich ein bisschen allein – doch die Forschungsergebnisse und vor allem: die vielen Patienten, denen ich helfen konnte, haben mich bestärkt, meine Ideen weiterzuverfolgen. Ein großer Ansporn war die Verleihung des Leibniz-Preises, der als deutscher Nobelpreis gilt und Wissenschaftler ehrt, die neue Wege gehen. Damals war ich erst achtunddreißig Jahre alt und hatte bei einem zweijährigen Forschungsaufenthalt an der Mount Sinai School of Medicine in New York herausgefunden, wie essentielle Bestandteile in die Zellen gelangen. Ich wäre sehr erstaunt gewesen, wenn man mir damals gesagt hätte, dass mir eine noch viel größere Entdeckung bevorstand, nämlich das Lecithin als Schlüssel zur Gesundheit …

Teile diesen Beitrag

Buddha Coaching

 

Cornelia und Stephan Schwarz verbinden zwei Themen, die landläufig für Gegensätze gehalten werden. Doch Business und Buddha ergänzen sich. Ich habe viel gelernt bei diesem Buch.

 

 

Und so geht’s los:

Geschäftlicher Erfolg und geistige Entwicklung – ist das miteinander vereinbar? Oder muss man, um beruflich erfolgreich zu sein, bei den eigenen Werten ein Auge zudrücken? Im Spannungsfeld zwischen guten Absichten und der harten Realität bleiben Ideale bekannter Weise häufig auf der Strecke. Ist das als unabänderlich zu akzeptieren, wenn man Erfolg anstrebt? Oder gibt es einen Plan B?

Sie halten ihn in den Händen. Der Plan B heißt Buddha Coaching, und wer ihm folgt, schmälert seinen Erfolg gewiss nicht, denn wirklich Großes schaffen wir durch Verbindung anstatt Trennung. In den letzten Jahren wird es immer deutlicher: Menschen wollen nicht leben, um zu arbeiten, sondern suchen nach Lebensqualität und Sinnhaftigkeit in allen Aspekten ihres Lebens.

Im Buddha Coaching öffnen wir eine neue Perspektive. Coach und Klient befinden sich durch die buddhistische Psychologie in einem erweiterten Wahrnehmungsraum. Man kann unsere besondere Herangehensweise mit der Schulmedizin und der allopathischen Medizin vergleichen. In der Schulmedizin bekommt man eine Tablette für das Problem, in der allopathischen Medizin eines für das ganze System.

Im herkömmlichen Coaching wird oft nur ein bisschen an der Persönlichkeit herumgebastelt, damit dann alles wieder gut ist, das heißt, die Mitarbeiter, das Team wieder funktionieren. Denn darauf kommt es doch an? Tatsächlich? Im Buddha Coaching setzen wir andere Ziele, die die herkömmlichen jedoch beinhalten, mit dem Unterschied, dass sie schneller und leichter und vor allem auf einem direkten Weg erreicht werden. Das kommt vielen Menschen sehr zu Gute,  denn wir wollen ja alle immer schneller und größer und weiter und höher und breiter und besser werden, und das bitte gleichzeitig. Obwohl sich viele Unternehmen eine Life-Work-Balance auf die Fahne schreiben, steigt der Druck. Abschalten scheint kaum mehr möglich, alles soll jetzt gleich geschehen, und zwar perfekt. Dieser Zwang zum Perfektionismus hat eine epidemische Ebene erreicht, so diagnostiziert der Wiener Psychiater Professor Raphael Bonelli.

Da wir Menschen sind, keine Maschinen, werden wir nie fertig, bleibt vieles liegen. Wir müssen uns also noch mehr anstrengen, überall. Denn wir sind ja nicht nur berufstätig, wir sind vielleicht auch Eltern, möchten Quality-Time mit unseren Kindern verbringen, den Freundeskreis pflegen und Hobbys, uns um die eigenen Eltern kümmern, gut ernähren und Sport treiben, immer auf dem Laufenden halten, und idealerweise total entspannt sein. Denn Stress macht krank und zeigt peinlich deutlich, dass man beim Zeitmanagement versagt hat. Versagen jedoch ist das schlimmste. Versagen darf nicht sein in unserer Leistungsgesellschaft, in der wir anderen mit kreativen Posts pausenlos beweisen, dass wir noch da sind und wie gut es uns geht. Auf jeden Fall besser als anderen, was ganz schön zeitaufwändig ist, weshalb wir mit unserer Quality Time noch tiefer ins Minus rutschen. Aber dadurch, dass die anderen hoffentlich sehen, wie gut es uns geht, und das idealerweise liken, auch wenn sie hoffentlich grün vor Neid werden, erhalten wir unsere Daseinsberechtigung.  So findet das Leben größtenteils in der Außenwelt statt. Es gibt da aber noch etwas anderes, das Entscheidende nämlich: die Innenwelt. Dort befindet sich alles, was wir brauchen, um dem täglichen Wahnsinn Stand zu halten und mehr noch: ihn mit allen Sinnen zu genießen. Denn Genießen bedarf des Anhaltens, der Muße und von der Muse wird nur geküsst, wer auch präsent ist.

Buddha Coaching ist kein Notausgang, sondern ein Tor zum Licht. In den Religionen lautet die Schlüsselfrage: Glaubst du oder glaubst du nicht? Wer nicht glaubt, beneidet manchmal die Gläubigen – haben sie es nicht viel leichter, weil sie sich in ein großes Ganzes gebettet fühlen können? Der Buddhismus ist keine Glaubensfrage, ja genau genommen ursprünglich nicht einmal eine Religion, sondern eine Weisheitslehre. Die buddhistische Philosophie hat für alle Lebensfragen Antworten gefunden, sie entspringt keinem theoretischen Wissen, sondern praktischen Erfahrungen. Diese Erfahrungen kann jeder Mensch selbst machen, der sich für diesen Weg öffnet … und dann feststellen wird, wie schnell sich sein Leben zum Positiven verändert.

 

 

Teile diesen Beitrag

Wenn das Leben stillsteht

Als Co-Autorin oder Ghostwritern habe ich schon so hinter manche Kulisse blicken dürfen. Für dieses Buch durfte ich an einer Herz-OP teilnehmen! Ich bin nicht umgekippt, es ist jedoch beim Schreiben ziemlich viel Herzblut geflossen!

 

 

Prolog

In meiner Heimat heißt es, die Seele würde im Herzen und im Hirn wohnen. Es war ein Schock für mich, als ich während meiner Ausbildung in Köln das erste Mal einen geöffneten Brustkorb ohne Herz sah. Der Patient lag auf dem Tisch, riesengroß klaffte das Loch, wo das Herz hingehört. Es war aber nicht da. Der Chef legte es mir in die Hand, ein Oberarzt bereitete das neue Herz dieses Patienten vor. Die beiden erfahrenen Kollegen führten eine Choreographie auf, die mich mit Bewunderung erfüllte. Wie sicher sie auf der Schneide des Todes balancierten, ja fast tanzten auf der grünen Bühne mit all dem blitzenden Edelstahl. Wie souverän sie Entscheidungen trafen, die über das Weiterleben des Patienten bestimmten. Der schlief tief … bekam von all dem nichts mit. Oder doch? Wo weilte seine Seele? Im Herzen jedenfalls nicht, erkannte ich in diesem Moment, denn das hielt ich in der Hand und spürte nichts, was allerdings kein Beweis war. Es war ein müdes Herz, fettbesetzt, und es hatte sich nur noch mit äußerster Anstrengung durch sein Leben geschleppt, war dabei immer größer und größer geworden und hatte es letztlich doch nicht mehr geschafft, seinen Körper gut zu versorgen. Wie ein alter, im Sterbebett liegender Mensch kam mir dieses Herz vor – und es sprach zu mir mit heiserer, ja fast schon gebrochener Stimme: Ich kann nicht mehr.

Deshalb wurde es ausgetauscht. Mit oder ohne Seele? Wie viele Herzen stehen einem Menschen zu? Und wie lebt es sich mit einem neuen Herzen oder nach einem ähnlich schweren Eingriff; wie lebt es sich nach einem harten Schicksalsschlag. Wenn das alte Normal wie aus dem Leib herausgeschnitten scheint. Vielleicht kommt es einzig und allein darauf an, die Stimme des Herzens zu hören? Wenn wir das alle tun, wie sähe unsere Welt aus?

Diese Gedanken beschäftigen mich bis heute und mit den Jahren habe ich Antworten gefunden … Einige davon möchte ich in diesem Buch mit Ihnen teilen …

 

Und es gibt sie auch in Englisch und Niederländisch:

 

 

 

Teile diesen Beitrag

Es ist noch kein Meister in den Himmel gefallen

 

Oft findet der Verlag den Titel für ein Buch. Dieser hier ist mir vom Himmel gefallen, und ich habe ihn sofort angehimmelt … und sehr viel gelernt beim Schreiben dieses Buch mit Stephan Schwarz.

 

Und so fängt es an, mit der Überschrift: Happy End!

Was ist, wenn es aus ist? Also wenn nichts mehr ist. Gibt es das überhaupt: nichts? Oder ist da doch was? Und wenn ja, was? Himmel, Hölle, Wiedergeburt? Keiner weiß es. Doch Menschen, die ihren Blick auch nach innen wenden, sind zufriedener mit ihrem Leben, gelassener, weniger gestresst und, wen wundert‘s, auch gesünder. Sich mit dem Sterben auseinanderzusetzen, hält jung! Weiterlesen

Teile diesen Beitrag

Sei deines Glückes Buddha

 

“Wie du dich von deinen inneren Saboteuren befreist und zu dir selbst findest”, lautet der Untertitel und beim Schreiben mit der wunderbaren Cornelia Schwarz habe ich tatsächlich ein paar Saboteure in meinem Untergrund entlarvt!

 

 

Saboteure suchen, um Glück zu finden

Wer bin ich? Dieselbe wie vor zehn Jahren, wie gestern oder eine andere als vor fünf Minuten? Und wenn ich eine andere bin, bin ich das dann komplett oder nur zum Teil? Und ist das gefährlich? Nein, es ist normal, die Persönlichkeit bleibt ein Ganzes. Unter dem Label Ich scharen sich vielerlei Aspekte einer Persönlichkeit. Manche mögen wir, von manchen hätten wir gern mehr, von anderen weniger, und einige kennen wir gar nicht oder kaum: jene Teilpersönlichkeiten, die als innere Saboteure wirken. Weiterlesen

Teile diesen Beitrag

Der Wille entscheidet

Such dir eine Arbeit, die du liebst, dann brauchst du keinen Tag im Leben mehr zu arbeiten.

Ich füge hinzu: Und lernst jede Menge. Dieses Buch war nicht nur TOTAL SPANNEND, sondern ich habe auch in eine mir bis dahin unbekannte Welt geblickt …

 

 

 

Flughafen-München, 23. Oktober 10:23 Uhr

Die Schlange am Security Check war eigentlich zu lang für die achtundvierzig Minuten, die mir bis zum Start noch blieben. Dass ich mich heute am Flughafen befand, war für mich selbst ein wenig überraschend. Geplant war eigentlich ein Sicherheitstraining bei einem bayerischen Automobilzulieferer. Erst vor knapp drei Stunden hatte ich von der Entführung erfahren: Vor der Küste Nigerias war ein Tanker angegriffen und mindestens die Hälfte der Besatzung entführt worden. Mehr wusste die Reederei in Bremen selbst noch nicht. Aber es hatte einen Schusswechsel gegeben.

„Tote? Verletzte?“, hatte ich mich erkundigt.

„Das steht zu befürchten. Wir sind um fünf Uhr morgens über den Vorfall informiert worden. Sie wurden uns empfohlen. Können Sie sofort nach Bremen kommen?“

„Ich krieg‘ die Krise“, stöhnte eine füllige blonde Frau in der Schlange vor mir, während sie in ihrer Tasche wühlte, ihrem Tanker sozusagen. In einer Krise, ob klein oder groß, international oder privat, herrscht Chaos wie in mancher Handtasche. Jeder Mensch erlebt Krisen, auch durch persönliche Schicksalsschläge und die Geschichte seiner Zeit – Finanz-, Unternehmens-, Klimakrise. Was den einen vor große Herausforderungen stellen kann, mag für den anderen nicht einmal der Rede wert sein. Während in meinem Kopf ganz automatisch ein Plan des Flughafengebäudes mit allen sichtbaren Notausgängen, Fluchtwegen und Besonderheiten entstand, beschäftigte sich die Dame vor mir ebenfalls mit Orientierung, allerdings im kleineren Rahmen. Sie kippte den Inhalt der Tasche in eine der grauen Wannen am Security Check. Eine kluge Entscheidung! Erst mal ein klares Bild der Lage verschaffen. Das war auch der Grund meiner Reise nach Bremen.

Ich habe mit Kriegsverbrechern, Entführern, Piraten und Erpressern verhandelt, die damit drohten, andere zu foltern und zu töten. Von meiner Strategie, von meinem Verhandlungsgeschick hängt manchmal das Leben der Entführten ab. Diesem psychischen Druck – zumal, wenn ich mit den Sorgen und dem Schmerz der Familienangehörigen der Opfer konfrontiert bin – kann ich nur standhalten, weil mir die Bewältigungsstrategien in Fleisch und Blut übergegangen sind. Das ist der Zweck und Vorteil des extremen Drills in einer Elitetruppe. Auch hier bewährt sich das KSK-Prinzip – im Ernstfall sichert es das Überleben, denn eine Krise ist immer auch ein Angriff auf das gewohnte Leben, und bei Entführungsfällen auf das der Geiseln.

Die Mehrheit der Deutschen geht davon aus, niemals entführt zu werden. Und damit hat sie recht. Doch im Ausland sind Entführungen an der Tagesordnung. Die meisten Entführungen werden derzeit in Mexiko verzeichnet. Die sogenannten Express-Kidnapper begleiten die Angehörigen der Geiseln serviceorientiert gleich zum nächsten Geldautomaten. Es kann jeden treffen, auch ärmere Menschen. In vielen Ländern kommt es zu politisch motivierten Entführungen – es wird sozusagen ein Statement gesetzt. Das Lösegeld kassiert man trotzdem. Sogar wenn die Entführung gefaked ist: Auch virtuelle Kidnaps, vorgegaukelte Entführungen, nehmen zu. In Brasilien funktioniert dieses Geschäft mit der Angst sehr gut, vorausgesetzt, jemand ist gerade nicht erreichbar, was die Entführer wissen. Klassische Entführungen, bei denen Kriminelle Lösegeld fordern, kommen derzeit vor allem in Westafrika vor. Cybererpressungen können weltweit jeden treffen – auch das gehört zu meinem Tagesgeschäft.

 

Teile diesen Beitrag

Alles eine Frage der Einstellung

 

Es war mir eine große Freude, tief in das Leben dieser großartigen Schauspielerin einzutauchen!

 

 

Traktor statt Besprechungscouch

Die Anfrage klang interessant.  Ob ich die Rolle der Mutter im Bergdoktor spielen wollte. Bergdoktor? Der lief doch auf SAT1 mit Gerhard Lippert, da hatte ich sogar mal mitgewirkt. Ich erfuhr, dass der Titel vom ZDF gekauft worden war. Das Drehbuch gefiel mir. Die Mama sowieso. Ja, ich wollte gern dabei sein.

„Super“, sagte meine Agentin. „Drehbeginn ist nächste Woche.“ Das brachte mich in die Bredouille. Ich saß ja noch in Schottland. Das neue Engagement war mir eigentlich zu knapp. Es kam mir auch komisch vor. So überstürzt würde man in einer Serie keine Rolle besetzen. Mein Gefühl sagte mir, dass die Rolle schon vergeben war, aber aus irgendwelchen Gründen umbesetzt werden sollte. Vielleicht war jemand erkrankt, hatte kurzfristig abgesagt. Jahre später erfuhr ich, dass mein Verdacht stimmte. Vor Drehbeginn gab es wohl ein Gespräch, in dem Zweifel geäußert wurden, ob die Darstellerin der Mama des Bergdoktors Traktor fahren könne. Axel de Roche, Regisseur der ersten Staffel des Bergdoktors, brachte mich ins Rennen: „Ich kenne eine, nämlich die Monika Baumgartner, die kann das bestimmt.“

Sonntagabend kam ich aus Schottland zurück, Montagmorgen fuhr ich nach Ellmau zur Kostümprobe, und am Mittwoch begannen wir zu drehen – mit einer Bewährungsprobe für mich. Jetzt musste ich zeigen, ob ich wirklich Traktor fahren konnte. Mein Gefährt war alt, die Kupplung hatte ein Eigenleben, außerdem musste ich Zwischengas geben.

Lisbeth holt ihren Sohn Martin, der aus New York zu Besuch kommt, mit dem Traktor ab. Locker steuert sie das Gefährt auf einer schmalen kurvenreichen Straße. Martin sitzt neben ihr, sie unterhält sich mit ihm. Ihr Gesicht ist entspannt. Sie fährt den Traktor als wäre sie darauf geboren, logisch, das ist sie ja auch irgendwie. Deshalb stört sie der meterlange Anhänger auch nicht, den der Traktor zieht und der das Fahrverhalten stark beeinflusst. Beschaulich geht es oberhalb des Hintersteiner Sees entlang, bergab, bergab, bergab und das Riesenlenkrad und die Kupplung und das Zwischengas. Vor dem Traktor ein Gewusel. Regie, Kamera, Ton, Requisite, Maske und viele Assistenten.

„Stopp!“

Die Kamera soll neu eingerichtet werden. Der Traktor steht abschüssig. Ich drücke Kupplung und Bremse. Mein linkes Bein beginnt zu zittern. Wenn jetzt was passiert, schießt es mir durch den Kopf.

„Geht’s halt a bisserl zur Seite!“, rufe ich ins Team.

Doch die sind beschäftigt.

„Geht’s amal weg von da vorn!“, rufe ich erneut und winke sogar.

Aber keiner hört auf mich. Keiner sieht eine Gefahr. Warum auch? Ist doch die Baumgartnerin. Ist doch die Gruberin. Wenn eine Traktor fahren kann, dann die. Vorspann für Vorspann fuhr ich in den nächsten Jahren auf dem Traktor in die neueste Folge der Serie. Und wenn ich sie manchmal anschaue, spüre ich noch immer mein Bein zittern.

Teile diesen Beitrag

Das Glück hat vier Pfoten

Ich liebe es, über Hunde zu schreiben. Und jetzt ist das dabei herausgekommen:

 

Wer ist hier eigentlich der Chef?

Eines Morgens erkannte ich, dass mehr in meinem Hund steckt als ich ahnte – und das war bereits eine Menge. Doch diesmal ging es nicht um Intelligenz und Fähigkeiten oder Treue und andere alt bekannte hundliche Eigenschaften. Geistesblitz! Sondern um seine Führungsqualitäten. Es kann gut sein, dass mein Hund jahrelang für diese Leitung gebuddelt hat, bis das Lämpchen in meinem Kopf endlich leuchtete. Menschen sind zuweilen ein wenig schwer von Begriff. Ich nehme an, dass ich kein Einzelfall bin.

Am Abend vor meiner Erkenntnis war ich mit einer ellenlangen Liste ins Bett gegangen, was ich am nächsten Tag alles erledigen sollte. Beim Aufstehen arbeitete ich weiter an der Liste, überlegte mir im Bad eine Reihenfolge, zwischendurch fiel mir der Hund ein, und ich fragte mich, wann ich Gassi gehen sollte. Spazierengehen, allein das Wort machte mich nervös. Es passte überhaupt nicht zu dem bevorstehenden Tag, den ich nur im Dauerlauf bewältigen würde. Am besten ich begann gleich beim Zähneputzen mit Aufwärmgymnastik … wie funktioniert diese Turnübung gleich noch mal, mit der man hundert Jahre alt wird?

Mein Hund ist Langschläfer. Er genießt jede Sekunde, die er morgens auf seinem Schaffell döst. Falls ich vor sechs Uhr aufstehe, kneift er die Augen besonders fest zu. Selbst wenn etwas zu Boden fällt, rührt er sich nicht. Ich habe gehört, dass andere Hunde, egal, zu welcher Uhrzeit ihre Rudelmitglieder begeistert begrüßen. Meiner hält sich an die Geschäftszeiten. An seine, wohlgemerkt. Doch es war bereits sieben, was mich noch nervöser machte, da ich schon eine Stunde VERLOREN hatte, weil ich länger geschlafen hatte, weil ich eine Weile nicht eingeschlafen war, weil ich dauernd an die Liste gedacht hatte, die ich nachts schon begonnen hatte abzuarbeiten, leider erfolglos. Hätte ich mich mal besser an die Geschäftszeiten gehalten!

Der Hund lag auf dem Schaffell unter dem Küchentisch, wie meistens am Morgen. Ich habe ein Bett, er drei. Zähle ich das Sofa mit, vier. Aber das nur am Rande. Der Hund hatte mich natürlich längst auf dem Radar. Aber nein, er war nicht aufgesprungen, als er meinen sich Richtung Wachwerden veränderten Atem aus dem Schlafzimmer hörte oder die Zahnbürste im Badezimmer. Er suchte auch nicht nach meinen verlorenen sechzig Minuten. Such, such, wo ist die Stunde, bring sie!

Er erhob sich erst jetzt. Langsam. Streckte sich behaglich, machte sich, die Pfoten weit nach vorne, lang, verließ gemächlich, fast möchte ich behaupten aufreizend langsam sein Bett, dehnte weiter, nun auch die Hinterbeine. Schüttelte sich. Sah ich da Traumfetzen aus seinem Fell spritzen oder war das mein blinkendes Coffein-Rotlicht? Schwanzwedelnd, aber nicht übertrieben eilig, kam der Hund zu mir. Sein Tag war nigelnagelneu. Von Stress keine Spur, woher auch. War doch alles prima und Liste kannte er nur ohne E. Wie ein frisch gegrabener Fuchsbau lag dieser Tag vor meinem Hund. Verlockend duftend, wunderbar. Was würde heute alles Tolles geschehen? Ein Höhepunkt stand unmittelbar bevor: der Napf. Mein Hund leckte sich übers Mal. Grunzte vorfreudig. Rieb seinen Kopf an meinem Bein, die Katzennummer. Meine Liste ging in die Knie und ich sowieso. Ich sagte all diese Sachen, die man vor Zeugen nicht wiederholen möchte. Jeder Hundefreund hat seine Geheimsprache.

Das war jetzt keine neue Erfahrung, dass der Hund mich beruhigt. Das ist auch wissenschaftlich erwiesen, der Blutdruck sinkt, der Herzschlag verlangsamt. Man braucht keine Tabletten, bloß Hund streicheln. Wir schmusten ein bisschen, dann fiel mir meine Liste ein, und ich stand auf, die Kaffeemaschine anzuschalten. Für den Tag, der vor mir lag, benötigte ich besonders viel Schwung, ich dosierte das Pulver großzügig. Das war sozusagen mein Napf: die Tasse Kaffee am Morgen.

Der Hund streckte sich noch mal. Aus seiner Yogastellung heraus schaute er mich an. Offen, freundlich, aufmerksam. Warme braune Augen, tiefer Blick. Du Hund, ich Mensch. Wieso sollte ich mich beeilen? Was konnte ich verpassen außer diesem Augenblick? Was würde eines Tages im Album meines Lebens zählen? Wie schnell ich das Haus an diesem Morgen verlassen habe oder die innige Begegnung mit meinem lieben Hund? Was war mir wichtig, und wenn ich es wusste, warum machte ich es nicht einfach? Ich ließ mich zu Boden gleiten, nahm den Vierfüßlerstand ein und ahmte nach, was mein Hund vorgeturnt hatte. Ich dehnte und reckte und streckte mich. Der Hund beobachtete meine Verrenkungen, ich würde behaupten wohlwollend. Meine Liste rutschte in kleinen Fetzen von meinem Leib …

 

Teile diesen Beitrag

Seelengefährten auf vier Pfoten

Die Zusammenarbeit mit Dr. Wilma Staffa war sehr inspirierend für mich und hat meine Sichtweise auf die Medizin und die Verbindung zwischen Mensch und Tier sehr bereichert.

 

 

Der Tanz der Liebe

Eines Abends nach einem langen Tag in meiner Praxis stand ich am Fenster. Eben erst hatte sich die Tür hinter dem letzten Patienten geschlossen. Meine Mitarbeiterinnen waren bereits zu Hause. Kurz genoss ich die Stille nach all den Tieren, Tränen, Tabletten. Da sah ich die beiden, Frau Moltke und Rex. Seit’ an Seit’ gingen sie durch den nebligen Dezemberabend. Aber sie liefen nicht rund, sie hinkten. Beide! Es wirkte als tanzten sie ihre ganz eigene Choreographie. Der sechsjährige Schäfer hatte seit zwei Jahren Arthrose. Eigentlich zu früh. Wenn es nass und kalt war, verschlimmerten sich seine Symptome, deshalb war Frau Moltke heute bei mir gewesen. Und wie immer hatte sie gefragt „Kann man denn da gar nichts machen?,“ und ich hatte zusätzlich zur Schmerztherapie ein Präparat empfohlen für den Knochenaufbau. Neulich hatte ich eine Studie gelesen, die mir vielversprechend erschien. Frau Moltke wollte das Präparat gerne ausprobieren. Weiterlesen

Teile diesen Beitrag

Aussteigen, Einsteigen, Los!

Ich bin mit ausgestiegen und eingestiegen und losgefahren. Es war eine wunderschöne Zeit mit dieser außergewöhnlichen Familie!

 

 

Das unbekannte Ausland

Wir parkten vor dem Rathaus in Andechs am Ammersee. „Ich mach das jetzt einfach“, sagte ich zu Diana.

„Einfach“, wiederholte sie.

„Genau so“, bekräftigte ich. Alle hatten gesagt, dass es nicht klappen würde. Aber das hatten wir schon so oft in unserem Leben gehört. Und dann hatte es doch geklappt, wenn auch meistens anders, als wir uns etwas vorgestellt hatten. Das macht das Leben doch so spannend, oder? Weiterlesen

Teile diesen Beitrag