Archiv der Kategorie: Leseproben

Leseproben – die AusLese aus eigenen Büchern und Ghostwritings

Die Voyeurin

Der Hund lag in seinem Korb unter dem Tisch und rührte sich nicht. Annika konnte nicht erkennen, ob seine Augen geschlossen oder einen Spalt geöffnet waren, aber sie war sicher, sollten sie geschlossen sein, wäre dies eine Falle. Wolfgang stöhnte leise. Obwohl Annika überhaupt nichts gemacht hatte, was ein Stöhnen erklären würde. Ihre Hand lag nur auf seinem Bauch. Wolfgangs Stöhnen bedeutete: tiefer. Wie sein Hund, dachte Annika. Der stöhnte auch, wenn er gestreichelt werden wollte. Weiterlesen

Karma Cooking

Leckeres Buch bei www.flipper-privat.de

Kann man Liebe schmecken? Ja! Das habe ich beim Schreiben dieses Buches von Diana Johannes gelernt. Eine auch kulinarische Bereicherung!

Die Marotte mit der Karotte

Das Bewusstsein darüber, was wir tun, und die liebevolle Ausführung verändern die Stimmung. Es ist als würde die Sonne aufgehen. Bekomme ich das überhaupt mit, wenn ich während des Gemüseschneidens überall bin, nur nicht im Gefühl der Aubergine in meiner Hand? Wenn ich womöglich ständig rede, über andere lästere oder mich über irgendetwas ärgere? Weiterlesen

Entspannt mit Hund

Auch bei meinem zweiten Buch mit Stephanie Lang von Langen habe ich wieder viel über Hunde gelernt: Sind die fünf Grundbedürfnisse des Hundes erfüllt, genießt man ein entspanntes Miteinander. Und natürlich haben unsere Vierbeiner beim Verfassen die Ohren gespitzt und so manche Korrektur hineingewedelt.

 

 

Textprobe

Bellen, beißen, bieseln – Hunde markieren nicht um den heißen Brei herum

Lucy knabberte gern. Allerdings beschränkte sich die belgische Schäferhündin nicht auf die üblichen Accessoires wie Schuhe, sie hatte ihr Repertoire auf Menschenbeine erweitert und schon mehrere Menschen gebissen. „Nicht schlimm“, sagte Frau Huber, ihre Halterin, „nur so ein bisschen gezwickt.“

Das sah das Ordnungsamt anders, nachdem der zuletzt Attackierte sich in der Notaufnahme eines Krankenhauses behandeln lassen musste. Nach einer Wesensüberprüfung bekam Lucy Maulkorb und Leinenpflicht verordnet. Frau Huber fand das ungerecht, weil Lucy doch der liebste Hund auf der Welt war, und wie vorsichtig sie mit Kindern spielte, das müsse man gesehen haben. „Wissen Sie“, erklärte Frau Huber mir, „das liegt an dem ausgeprägten Schutztrieb von der Lucy. Ihre Vorfahren, die waren nämlich alle bei der Polizei.“ Weiterlesen

Jeder Mensch hat seinen Abgrund

Cover Nedopil

Tief blicken in die Abgründe der menschlichen Seele durfte ich beim Schreiben dieses Buches mit dem „bedeutendsten deutschen Gerichtsgutachter“ für forensische Psychiatrie Professor Norbert Nedopil. Ich habe viel gelernt und viele Inspirationen für meine eigene Laufbahn als Kriminelle erhalten, wenngleich ich diese nach wie vor lediglich mit Tasten statt Waffen betreibe.

 

Begegnung mit dem Bedrohlichen

Es trifft Sie wie ein Blitz: Der Mann, dem Sie in der U-Bahn gegenübersitzen, hat seine Frau vor den Augen seiner Kinder getötet. Beim Frühstück haben Sie sein Bild in der Zeitung gesehen, unter der Schlagzeile: Mörder auf freiem Fuß.

Was geht in Ihnen vor? Wie reagieren Sie?

Vielleicht tun Sie so als wäre nichts. Oder Sie wechseln den Sitzplatz, weil Sie sich bedroht fühlen. Es schießt Ihnen die Idee durch den Kopf, ob einer, der schon einmal einen Mord begangen hat, für Sie gefährlich werden könnte. Das ist nicht abwegig: Menschen, die bereits getötet haben, wiederholen eine solche Tat mehr als hundert Mal so häufig wie andere, die keinen Mord begangen haben. Weiterlesen

Essen, was gesund macht

Cover das Buch der Ghostwritern Shirley Michaela Seul

Eine bekömmliche Abwechslung auf meinem Speiseplan: Buchstabensuppe auf chinesische Art. Ich habe viel gelernt  beim Köcheln dieses Buches und auch einen Lieblingsprotagonisten: Professor Peng, so heißt er wirklich. Er hat Peter Asch in die Geheimnisse der chinesischen Küche TCM eingeweiht.

 

 

Hier eine kleine Vor-Vorspeise:

Das bewusste Essen beginnt beim Einkaufen. Mein erster Einkauf mit Professor Peng ist mir unvergessen. Es war am zweiten oder dritten Tag seines Aufenthaltes an der Eilima-Klinik am Chiemsee. Ich fuhr mit ihm nach München, wo ich drei große Asia-Shops ausfindig gemacht hatte. Professor Peng sollte alles einkaufen, was er benötigte. Ich war erleichtert, als ich einen Parkplatz vor der Tür des ersten Ladens fand, die Zeit war knapp bemessen. Ich musste schnell zurück in die Klinik, schließlich sollte ich das Mittagessen vorbereiten. Im Laden packte ich einen Einkaufswagen und raste durch die Warenreihen. Aber wo war der Professor? Ich drehte mich um. Er stand noch immer im Eingangsbereich. Ich blickte auf meine Uhr. Ich wollte ihn nicht drängen, aber die Zeit, meine Zeit raste. Schließlich blieb ich selbst stehen und beobachtete, wie der Professor in einer nervenaufreibenden Langsamkeit die Regale inspizierte. Er schaute viele Waren an, Gemüse nahm er zur Hand, roch auch mal daran oder prüfte seine Konsistenz. Doch er legte kein einziges Lebensmittel in den Wagen. Wir waren ohne Dolmetscher unterwegs. Ich konnte ihn nicht fragen und vermutete, dass ihm die Auswahl in diesem Geschäft nicht gefalle. Also würden wir in das nächste fahren und wenn er dort auch nicht fündig wurde, in das dritte – wenn die Zeit noch reichte. Was fraglich war bei dem Tempo, das der Professor an den Tag legte. Weiterlesen

Yoga unlimited: Feiere dein Leben immer und überall

Cover der Ghostwritern Shirley Michaela Seul

Wenn ich das Buch nur gelesen und nicht auch noch geschrieben hätte, würde ich denken: Das also ist AUCH Yoga? Ja, Yoga ist alles – OIS IS YOGA – und die Zusammenarbeit mit Percy Shakti Johannsen war eine große Freude für mich. Manchmal direkt feierlich bei all der Feierstimmung!

 

 

 

Die Brezenmeditation

Angenommen du betrittst eine Bäckerei in der Absicht, eine Breze zu kaufen. Dein Blick schweift über die Brotkörbe, du erkennst das Objekt deiner Begierde. Hinter der Theke steht noch so ein Ding auf zwei Beinen, und wenn du höflich bist, grüßt du, wenn nicht, verlangst du gleich, weswegen du hier bist: Eine Breze. Okay, du bist freundlich: bitte.

Das Ding hinter der Theke ist kein Brezenautomat, sondern ein Mensch. Und irgendwo in diesem Menschen gibt es einen Little Guru. Du erkennst ihn vielleicht nicht. Doch dein eigener Little Guru nimmt ihn wahr, und so öffnet sich auch dein innerer Blick. Du bist wach und klar und präsent, wenn du dir über deinen Little Guru bewusst bist – der mit dem Little Guru der Verkäuferin kommuniziert. Mit der du mittlerweile ebenfalls in gutem Kontakt bist: Sobald dein Little Guru aktiv ist, bist du offen für andere Menschen. Weiterlesen

Musikantenknochen

Der vierte Teil meiner Kriminalroman-Serie mit Franza und Flipper

Es gibt wunderschöne Folterinstrumente. Was ja schon im Wort steckt. Das Instrument bringt den Körper zum Klingen. Man kann Erstaunliches mit ihnen erschaffen. Nicht nur handwerklich, auch künstlerisch.

Folter ist ein ästhetisches Balancieren auf dem Rückgrat, wie es alle wirklich großen Kunstwerke vollbringen. Gerade die kleinen Fingerknöchelchen sind sehr empfindlich, und der Schaden, der dort angerichtet werden kann, ist beeindruckend. Was einmal zu Mehl zerrieben, wächst nicht mehr nach.

 

„Den kannst du nicht nicht kennen“, behauptete Rechtsanwalt Anton Dürr, bevor er mir den Namen des Menschen nannte, für den ich sterben sollte. Mein erster Auftrag als Bodyguard. Anton zog es vor, mich als Safetygirl zu bezeichnen. Ich fand das klang wie Callgirl. Und war ich dazu nicht zu alt mit meinen reifen 33? Eine gewisse Verwandtschaft ließ sich nicht leugnen: Beide Tätigkeiten fordern starken körperlichen Einsatz.

Ich hielt den Job als Bodyguard für eine Farce, eine verdeckte Aktion, um mir finanziell ein bisschen unter die Arme zu greifen. Wie die meisten Menschen, die mich und meinen Hund kennen, mag er meinen Hund lieber. Was mir nichts ausmacht. Ich mag meinen Hund oft auch lieber als mich.

Anton wies aus dem Fenster, wir saßen mit Blick zum Lenbachplatz.  „Das ist er“, sagte er.

„Der?“ Mir stockte der Atem. „Der ist das?“ Flipper warf mir einen aufmerksamen Blick zu. Er spürt es sofort, wenn ich aus der Balance gerate. „Aber das ist doch ein Weltstar! Spinnst du! Wie soll ich den beschützen?“

„Du begleitest ihn während der fünf Tage, die er wegen seiner drei Konzerte in der Olympiahalle in München verbringt“, erwiderte Anton ruhig. „Keine Gefahrensituationen, das habe ich vereinbart. Du nimmst nur die Termine im intimen Kreis wahr – bis 200 Personen …“ Er rammte seine Kuchengabel in den Mürbeteig. „Sei immer schön diskret. Es soll nicht sichtbar werden, dass du als Personenschützerin agierst.“

„Aber ich …“

„Du hast morgen um dreizehn Uhr einen Termin bei seinem Manager im Hotel Bayrischer Hof“, stellte Anton mich vor vollendete Tatsachen. In diesem Moment begriff ich es in seiner ganzen Tragweite. Ich würde den Zar kennenlernen! Einen Weltstar!  Die drei Konzerte in der Olympiahalle waren binnen Stunden ausverkauft gewesen, der Zar hätte zehn oder mehr geben können. Er war eines der Hauptthemen in den Damenumkleidekabinen der Fitnessstudios, in denen ich unterrichtete. Extrem gutaussehend, extrem geheimnisvoll, extrem erotisch. Ein Gesicht wie gemeißelt, männlich und edel, makellos auch der Körper, geschmeidig und muskulös. Sein dichtes langes schwarzes Haar trug er auf der Bühne offen. Auf seinem aktuellen Konzertplakat sprang er als Wildpferd über einen weißen Flügel. Bis zur Brust der Zar, darunter ein schwarzer Hengst.

… Ob Franza die Richtige für den Job ist? Immerhin: Flipper ist auch schwarz.

 

Die Mutterglück-Lüge

mutterglueckluege_buchcover_106x160px„Ich bereue es, Mutter geworden zu sein, und ich liebe mein Kind über alles.“

#regretting motherhood

Warum erwarten wir eigentlich von Frauen, dass sie ihre Bedürfnisse vollkommen zurückstellen und sich fürs Kind aufopfern – und darüber auch noch glücklich sind?

So fängt das Buch an

 „Mama, noch mal!“

„Ja“, seufze ich.

„Mama, höher!“
Ich schubse Emma auf der Schaukel an. Sie kräht vor Freude. Fünf Uhr nachmittags. Seit einer Stunde hängen wir auf diesem Münchner Spielplatz rum.

„Wir gehen jetzt dann bald nach Hause“, sage ich.

„Nein!“, ruft Emma. Emma liebt Spielplätze. Ich hasse sie. Was natürlich so nicht stimmt. Was mein Kind liebt, das mag ich mindestens. Zur Not auch den Fettrand von Fleisch. Na gut, meistens. Muss ich alles mögen, was mein Kind mag? Ich werfe einen Blick zu den Müttern im Sandkasten. Für sie scheint es nichts Schöneres zu geben, als Sandkuchen zu backen, weil alles, was dein Kind erfreut, dich zutiefst beglückt. Du strahlst rund um die Uhr. Du bist Mutter! Ergriffen beißt du in einen Sandkuchen.

Ich schubse die Schaukel noch mal an, während ich ausrechne, wie viel Zeit mir bleibt, wenn wir jetzt gleich gehen. Heute ist noch viel zu tun. Wenn alles ohne Pannen läuft, könnte ich vor Mitternacht eine ganze halbe Stunde für mich rausschlagen. Die Aussicht beflügelt mich. Wieso machen alle anderen Mütter auf dem Spielplatz den Eindruck, gern hier zu sein? Wird ihr inneres Kind erweckt oder ist ihre Liebe größer? Ich bin 42 Jahre alt und dem Sandkasten entwachsen. Ich würde lieber was lesen. Oder arbeiten. Oder wenigstens den Einkauf schon erledigt haben, der ja mit einem Kind ewig dauert. Alles dauert ewig. Ich bin undankbar. Ich habe ein gesundes, frohes Kind und freue mich, weil es so hoch schaukelt. Wir lachen, meine kleine Emma und ich. Ein schöner Moment. Wie viele schöne Momente braucht es, um den Verlust des eigenen Lebens auszugleichen? Von außen betrachtet wirke ich wie die anderen Mütter. Es kann ja keiner in meinen Kopf reinschauen, wo diese schwarzen Rabenmuttergedanken herumflattern. Vorhin zum Beispiel, als die zwei Jungs sich kreischend um die Schaufel stritten. Da fiel mir mein schwuler Kumpel Schantalle ein. Wir kennen uns von einem Job in meiner Studienzeit. Ich war von einem Spielwarenhersteller als Walking Act in Form eines Steifftier-Teddybärkostüms gebucht. Schantalle verteilte Luftballons an Kinder. Dies war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Schantalle sagte neulich: „Stell dir vor, du hättest ein Blasrohr mit Betäubungspfeilen. Und immer, wenn du eine Verschnaufpause, Mutterpause brauchst, schießt du einen Pfeil ab auf dein Kind. Die Betäubung ist natürlich total gesund. Vitamin C und B2 und Folsäure, und die Pfeilspitze ist hundert Prozent bio. Dein Kind setzt sich hin und gibt zehn Minuten Ruhe. Schöne Träume garantiert.“
Entgeistert starrte ich ihn an, dann platzte ich laut heraus. Und dann sagte ich: „Du spinnst!“ Denn so was sagt man nicht. Man denkt es nicht mal. Aber irgendwie gefiel es mir. So ein Blasrohr könnte man auch in anderen Situationen gut gebrauchen. Wir feilten an unserer Idee. Man sollte verschiedene Betäubungszeiten anbieten. Fünf Minuten, zehn, zwanzig. Schantalle meinte, wir würden damit reich werden. Ich vermutete, wir würden gesteinigt werden. Denn das Verhalten gegenüber so genannten Rabenmüttern, die sich oft keines anderes Vergehens schuldig machen, als hin und wieder den Wunsch zu äußern, behandelt zu werden wie ein erwachsener Mensch, ist mittelalterlich. Leider gibt es kaum jemanden, mit dem ich mich so ketzerisch amüsieren kann, da dies gegen den Mutterkodex verstößt, und der kennt keine Gnade. Du darfst dich zwar beschweren, aber immer nur in witzigem Ton, und auch die kleinste Kritik an deinem Scheißleben als Mutter musst du sofort tausendfach ausbügeln, pampern, wegwischen, glätten, für null und nichtig erklären, war ja nur ein Witzchen. Ich behielt meine Kommentare meistens für mich. Ich wollte ja nicht als gefühllos, hartherzig und so weiter gelten, bloß weil ich die Wahrheit sage. Ich würde das zwar aushalten, aber womöglich müsste Emma etwas ausbaden. Ich möchte alles dafür tun, dass mein Kind glücklich wird. Aber inzwischen ist es mir bewusst, dass ich dabei womöglich über die Klinge springe. Die Mutter wird geboren, der Mensch, der sie vorher war, bleibt auf der Strecke.

Nichts als die Wahrheit?

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Die Arbeit an diesem Buch war die reinste Sahnetorte für mich als Krimiautorin, ich habe so viel erfahren über Lüge, Wahrheit, Scheinerinnerungen … und das von dem führenden Professor für forensische Psychologie in Deutschland. Auch unsere Zusammenarbeit war ein Sahnestück. Was dabei herausgekommen ist, ist allerdings: harter Stoff. Man könnte fast sagen: Eine Kalorienbombe mit Betonung auf dem Schluss

 

 

 

Hier ein Häppchen aus der Einleitung des Buches von Max Steller:

Das kurze Glück von Ben

Das Lächeln in seinem Gesicht ging gar nicht mehr weg. Ben konnte sich nicht erinnern, wann er zuletzt so gut drauf gewesen war. Mann, er war verliebt! Zuerst hatte er nicht in diesen blöden Club gewollt. Aber dann war er mitgegangen, und da stand sie an der Säule. Ein Blitz hatte ihn getroffen. Er hatte sie auf einen Drink eingeladen und dann auf noch einen. Sie hieß Annkathrin, und Ben war seit gestern Nacht kein Single mehr. Sein Opa hatte ihm mal gesagt, dass er es sofort gewusst habe, dass er seine Oma heiraten würde. „Wenn es so weit ist, Junge“, hatte der Opa gesagt, „das spürst du.“ Und genau das hatte Ben in dieser Nacht gespürt. Sie war es. Und wie lieb sie ihn danach zugedeckt hatte. Und diese süße Zahnlücke zwischen den Vorderzähnen. Weiterlesen

Das Leben ist keine To-do-Liste

Bildschirmfoto 2015-05-12 um 18.27.17Diesmal habe ich keine Mörder gejagt, sondern Häkchen!

Du musst funktionieren – so lautet die Maxime einer Welt, in der Tempo und Effizienz zählen, Selbstoptimierung und die Bereitschaft, immer sein Bestes zu geben. Nicht nur im Job, mittlerweile auch in der Freizeit. Je mehr Punkte wir abhaken, desto besserDoch was, wenn wir damit gleichzeitig unser Leben abhaken … Mit meinem Buch möchte ich dazu anstiften, sich dem täglichen Wahnsinn zu verweigern! Und das zu tun, was dir wichtig ist. Schließlich haben wir nur ein Leben …

 

Hier geht’s zum Buch und nachfolgend gibt’s einen kurzen Textauszug:

Häkchensex?

Wenn man glaubt, dass man wiedergeboren wird oder ins Paradies kommt, kann man seine irdische Existenz relativ gelassen betrachten. Sollte es nicht optimal laufen, wetzt man diese Scharte bei der nächsten Reinkarnation aus, und im Paradies spielt das dann sicher keine Rolle mehr. Wenn man allerdings davon ausgeht, dass dieses Leben die einzige Chance ist, dass es nur dieses eine Leben gibt, dann muss dieses eine Leben ausgequetscht werden bis zum letzten Tropfen. Mitnehmen, was geht. Abenteuer, Anerkennung, Besitz, Erfolg, Erkenntnis, Freude, Geld, Lachen, Liebe, Luxus, Menschen, Prestige, Ruhm – je nachdem, was einem erstrebenswert erscheint. Gerade auch in der Freizeit. Sollte man sich früher in der Freizeit vor allem von der Arbeit erholen, fängt bei vielen Leuten heute der Stress in der Freizeit erst richtig an. Was da in ein Wochenende gepackt wird, verspricht eigentlich nur eins: Raserei. Aber, das soll nicht verschwiegen werden, es fallen auch viele Häkchen dabei ab. Ich habe in vier Läden eingekauft, den Wagen gewaschen, das Beet geharkt, war schnell zum Kaffee bei Muttern, habe Geburtstagsgeschenke gekauft, ein paar „Gefällt mir“ bei Facebook verteilt und die Fotos von letzter Woche archiviert und gepostet, habe die Schuhe zurückgeschickt, mit dem Chor geprobt, einen Kuchen gebacken sowie ein neues Rezept ausprobiert, war im Sport plus Sauna, bei einem Konzert und habe mit zwei Freundinnen telefoniert und und … ach ja. Sex gehabt. Häkchensex sozusagen. Einmal in der Woche sollte es schon sein, sonst fällt man als Paar unter den Durchschnitt von 1,3 Mal pro Woche, und das darf nicht passieren. Weiterlesen