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Boote, Butler

Hauspost CoverbildMein erster Computer war ein Taschenrechner, fiel mir neulich ein. Ich traute ihm nicht. Ließ ihn schuften, rechnete nach. Überführte ihn einiger Fehler, die sich dann aber doch als meine eigenen herausstellten. Als ich das begriff, glaubte ich ihm. Das war ein Fehler. Man soll ihnen vertrauen. Die verkehrte Welt steckt schon im Wort. Wir be-dienen den Computer. Alles klar?

Buchstaben grillen

Hauspost CoverbildEs regnet. Ich zünde ein Feuer im Kamin an. Eine Stimmung zum Zurückschauen. Ich öffne den Schrank mit den Manuskripten, deren Rechte ich von den Verlagen zurückerhielt. Sieben Titel suche ich heraus, die ich jetzt alle noch mal veröffentlichen könnte. In einem Printverlag oder als E-Book. Das Holz im Kamin knackt. Ich freue mich auf einen gemütlichen Nachmittag mit den Buchstaben von damals.  Ob ich die Texte ohne viele Korrekturen heute noch veröffentlichen kann?

Zwei Stunden später bin ich desilliusoniert. Wie die Welt sich verändert hat. Meine Plots sind geplatzt. Wer würde noch nach Hause laufen, um seinen Anrufbeantworter abzuhören? Wer würde noch Briefe schreiben. Ich lege Holz nach. Und wenn ich jetzt lauter Papierkugeln knülle und alles ins Feuer werfe, überlege ich. So was hab ich noch nie gemacht. Würde Spaß machen. In Filmen tun sie das auch. Wirkt immer spannend. Der Nachmittag ist so verregnet. Ich knülle mal ein paar Bälle. Kann ja nichts passieren. Die Welt hat sich verändert. Ich lebe im Netz des Computers. Und da geht nichts verloren.

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Beim Schreiben dieses Buch habe ich nicht nur sehr viel gelernt, sondern auch sehr viel gelacht. Corinna Kammerer hat eine unnachahmliche Art, von Computern und ihren Angehörigen zu erzählen. Leider konnte sich der Verlag nicht mit unserem Wunschtitel anfreunden, der gelautet hätte: Die Computer-Nanny.

Nachfolgend zwei Textauszüge aus den ersten Seiten Drücken Sie alle Tasten gleichzeitig

Nichts geht mehr

„Da sind Sie ja endlich! Hier drehen alle schon durch!“

Mit diesem Satz werde ich häufig begrüßt. Manchmal schmeichelt er mir, manchmal empfinde ich ihn als Last. Es kommt auf den Tonfall an. Und der hängt wiederum davon ab, wie lange jemand an einer plötzlich über Nacht verschollenen Doktorarbeit saß, wie viele Rechner an einem amokenden Netzwerk hängen, wie dringend eine Mail erwartet wird. Wo Computer sind, gibt es auch Katastrophen … und natürlich die lieben Angehörigen der Computer. In Extremfällen offenbart sich der wahre Charakter eines Menschen. Ein Computerproblem ist immer ein Extremfall. Darunter leide nicht nur ich, sondern auch die Geräte. Hin und wieder begegnet mir eine Beule im Gehäuse. Weiterlesen