Schlagwort-Archive: Artgenossen

Und wer macht die Drecksarbeit?

Beim Reifenwechseln assistiert Miss Lomax, ein schwarzer Labrador, der zu der Schriftstellerin Shirley Michaela Seul gehört, die Krimis schreibt und einen Hundeblog unter www.flipper-privat.deEs soll ja Artgenossen geben, die springen durch Reifen. Auch brennende. Andere haben Reifen um den Bauch. Und ich? Mir wird der nächste Job aufs Auge gedrückt. Als ob Muse einer Schriftstellerin nicht genügen würde, bin ich jetzt auch noch zum Reifenwechseln verdonnert. Bloß weil ich so schwarz bin, dass man an mir den Dreck ja nicht sieht. Aber ich will mich nicht beschweren, mein Fell ist dick – und was tut man nicht alles für den Frühling.

Stoff sammeln

Hunde spielen miteinander, Miss Lomax lernt Knurren, flipper-privat.de

Hatte einen ersten Workshop im Knurren und Klappe aufreißen bei Alma. Ist gut gelaufen. Wir könnten dann auch mal im Zirkus auftreten, meinte meine Chefin. Ja, wenn sie weiterhin so wenig arbeitet, nur immer mir zusieht, werde ich das wohl bald in Erwägung ziehen müssen. Noch ist mein Napf nicht gefährdet, doch allein vom mich Anschauen schreibt sich noch kein Buch. Was Argumente betrifft, ist sie allerdings nicht auf die Klappe gefallen, keine Ahnung, welche Kurse sie da belegte. Sie sagte neulich: Als die Haushälterin von Marcel Proust ihn ermahnte, nicht immer so viel auszugehen, und sich endlich einmal einer ernsthaften Arbeit zu widmen, habe er erwidert, das alles sei Stoffsammlung. Heute wissen wir, sage sie, weil sie das weiß, ich nicht, dass er nicht gelogen hat. Womöglich stoffsammelt sie an mir auch? Das wäre mir unangenehm, schließlich bin ich es doch, die an ihr Stoff schnüffelt. 

Freie Therapeutenwahl für Hunde

Wie mittlerweile bekannt sein dürfte, bin ich ziemlich mutig. Doch es gibt so gewisse Situationen. Sie sind alle weiter hinten im Alphabet beheimatet. Ich sage nur Silvester und Tierarzt. Seitdem Moll mir den Tipp mit Frau Steinel gegeben hat, den ich meiner Chefin dann nachts implementiert habe, damit wir die Praxis dieser Tierhomöopathin am Ammersee endlich auch einmal aufsuchen, liebe ich Konsultationen.   Auch die Verpflegung dort ist lecker. Ich gehe richtig gerne hin.

Hundetherapie, flipper-privat.deNeulich meinte die Assistentin Manu, man müsse bei mir schon den Verdacht hegen, ich würde Zipperlein erfinden, um Leckerlis abzuholen. Dazu möchte ich mich nicht äußern. Jedenfalls findet die Chefin meine Wahl super und hat auch Flipper schon mal zu Frau Steinel geschickt. Das will was heißen!  Im dritten Teil der Hundekrimiserie wechselt diese allerdings das Element, aus Stein wird Holz und Flipper kriegt Leckerlis von Frau Hölzel.  Ich hab sie trotzdem sofort herausgeschnüffelt. Ein Kinderspiel für eine Muse!

Die Rundumbetreuung der Zweibeiner

Die Chefin kommt die Treppe runter, und weil irgendein blöder Hund mal damit angefangen hat, seinen Zweibeiner überschwänglich zu begrüßen, muss ich das jetzt auch machen. Das wird erwartet von einem Hund, und so benehme ich mich, als hätte ich sie monatelang nicht gesehen und schwer vermisst, als wäre ich am Verhungern und Verdursten und völlig außer mir, dieses große Glück erleben zu dürfen: meine Chefin kommt die Treppe runter. Ein Wunder! Wahnsinn!

Hund und Frauchen, Luna Seelengefährtin und Michaela Seul,  flipper-privat.de

Wenn ich mal nicht so viel Lust dazu habe, weil mich ihr Aufwachen zum Beispiel aus einem Traum gerissen hat, den ich gerne zu Ende geträumt hätte, kratze ich mich beispielsweise oder niese, sodass die Begrüßungszeremonie abgekürzt wird ohne dass ich sie brüskieren müsste. Zum Glück muss ich nicht das gesamte Liebes- und Zärtlichkeits- und Wärmebedürfnis meiner Menschin stillen.  Die sich meine Chefin nennt, lebt in einem wohl gesonnenen Menschenkreis, soziales Umfeld vorbildlich würde sie dazu sagen, das entlastet einen Hund enorm. Dafür kann ich gar nicht genug dankbar sein. Was ich schon Geschichten gehört habe! Manche Artgenossen haben wirklich ein schweres Los gezogen und leisten härteste Arbeit in der Rundumbetreuung ihrer Zweibeiner. Die das manchmal gar nicht merken. Und das ist auch gewollt, denn es tut ihnen gut, wenn sie glauben, es sei andersrum: Sie würden sich um ihre Vierbeiner kümmern. Das ist einer der Irrtümer der Menschheit. Davon könnte ich noch viele aufzählen.