Was ist denn das? Eine zusammengeknüllte Zeitung? Neugierig gehe ich den Bahnsteig entlang. Und dann sehe ich es. Es sind zusammengeknüllte Hoffnungen. Wer hat hier wohl gewartet und wer ist nicht gekommen und warum? Ich bin eine Weile vor dem Rosenstrauß stehengeblieben und habe zugehört. Die Knospen haben sich entblättert, ein paar Geschichten sind auf die kalten Pflastersteine voller Rollsplitt gefallen. Das war vor zwei Wochen. Und jetzt? Ist sie noch einmal gekommen oder er? Hat er wiederum am Bahnsteig gewartet oder sie? Oder ist das alles Schnee von gestern und das neue Jahr ab morgen beginnt ohne dich …
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Die Geschichten liegen nicht auf der Straße. Dort habe ich noch keine einzige aufgesammelt. Auch Geldscheine nicht. Das halte ich für ein Gerücht. Vor allem da man ja auch davon ausgehen muss, dass man nicht die einzige ist, die sich nach Geschichten auf der Straße bückt. Selbst wenn dort welche gelegen hätten, wäre ich zu spät gekommen, weil andere sie bereits gepflückt hätten. Das Gleiche gilt für Geld, das auf Straßen liegt. Ist die Lüge also doch wahr?