Schlagwort-Archive: Unrast

Mitgift

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Vor rund zwanzig Jahren erschien mein erster Roman. Seine Vorgänger haben es nicht aus der Schublade rausgeschafft. Ich lüfte aber gelegentlich! Und wer weiß, vielleicht entkommt ja mal ein Text – wenn er ins Internet springt, surft er in die weite Welt hinein

Nachfolgend ein Textauszug aus Mitgift

Strom übt eine magische Anziehung auf die Oma aus und gehört ihrer Ansicht nach zu den Weltwundern. Die Oma war ein Mädchen, als ihr Heimatdorf an das Stromnetz angeschlossen wurde. Niemals wird sie den Augenblick vergessen, in dem es mitten in der Nacht taghell wurde in der Stube. Damals nahm sie sich vor, diesem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Obwohl ihr im Laufe der Jahre oft erklärt wurde, es gäbe kein Geheimnis, spürt sie einen spannenden Kitzel, wenn sie sich mit Elektrizität beschäftigt. Insgeheim ist sie davon überzeugt, den Strom beschwören zu müssen und ihn sich gut gesonnen zu erhalten, indem sie ihm größtmögliche Aufmerksamkeit widmet. Weiterlesen

Leben ohne Leander

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Das ist mein persönlichstes Buch – aus dem Jahr 1999. Es ist, wie es so schön heißt, mit Herzblut geschrieben, denn wenn der liebste Mensch stirbt, dann blutet das Herz.

Nachfolgend der Anfang von Leben ohne Leander

 Prolog

Kommst du morgen, fragte mich ein Kollege.

Ja, sagte ich. Außer, es geschieht ein Unglück. Ich wusste nicht, dass das Unglück bereits geschehen war. Es lag an dem Ort, den ich Daheim nannte. Lag im Wohnzimmer und kühlte aus. Und während ich vor roten Ampeln stand und die nahe und ferne Zukunft plante, wurdest du bleich und kalt. Ich fuhr nicht meiner Heimat entgegen, sondern der für mich größten Katastrophe: einem Leben ohne dich. Weiterlesen

Relaxx

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Als dieses Buch erschien, chillte man nicht, man relaxte. So kam das Buch, in dem viele Urlaubsgeschichten versammelt sind, im Jahr 2000 zu seinem Titel und dem Untertitel Treibgutgeschichten.

 

Nachfolgend eine Geschichte aus Relaxx

Der Sprung

Bernd hatte den Fotoapparat gezückt und wartete. Carola stand auf dem Felsen und dachte an den dicken Jungen. Der Junge war ihr als Inbegriff des Ekels erschienen. Zirka elf Jahre alt, verkniffener Mund, Schlitze statt Augen. Und überall diese Feistigkeit. Geschwollenere Brüste als ein gleichaltriges, früh entwickeltes Mädchen. Und intelligent, hatte Carola in Gedanken hinzugefügt, nachdem sie ihn so hämisch verspottet hatte, dass sie sich schuldig fühlte, schließlich war der Junge ein Kind und als solches konnte er nichts dafür, sondern seine Eltern konnten etwas dafür, hier seine Mutter, denn einen Vater hatte er nicht im Urlaubsgepäck. Weiterlesen