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Die Frucht der Furcht

Hauspost CoverbildIrgendwann einmal werde ich alle meine Bücher lesen. Und ich fürchte mich davor. Ich sage: Wenn mir mal langweilig ist, tu ich es. Allein das ist ein Grund, nie an Langeweile zu leiden. Oder ich sage: Wenn ich mal im Gipsbett liege für sechs Wochen. Allein das ist ein Grund, fit zu bleiben. Denn wie wäre das … Es sind ja keine Manuskripte. Es sind erwachsene Bücher, die auf eigenen Beinen stehen, in fremden Wohnungen in Regalen liegen oder im Keller. Leben sie noch? Oder sind es Leichen? Wie würde ich heute empfinden, was ich vor zehn, zwanzig Jahren schrieb. Vor der Sprache fürchte ich mich nicht, eher vor dem Blick auf die Welt. Andererseits: Würde ich mich nicht fürchten, hätte ich womöglich tatsächlich Grund, mich zu fürchten.

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