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Gerilkt

Es ist Zeit. Der Sommer war groß.

Saukalt das Wasser. Jetzt is er rum. Und vor dem Sommer ist nach dem Sommer! Aber schenk mir noch zwei südliche Tage.

Denn wer jetzt keine Hütte hat, baut sich keine mehr. Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben. Wird wedeln, schnuppern, lange Fährten schreiben. Und wird in den Alleen auf und ab unruhig wittern, wenn die Blätter treiben.

 

Lyrik lindert Liebe

Aus der Schreibmaschine geplaudert

Die meisten AutorInnen, die ich kenne, haben mit Gedichten begonnen. Kurzstrecke sozusagen. Mich haben Gedichte nie gereizt. Aber als ich mich mit Mitte zwanzig verliebte wie noch nie, dauerte mir Prosa zu lang. Ich entdeckte die Gedichtform für mich. Hämmerte leidenschaftlich auf die Tasten. Manchmal entstanden drei Gedichte an einem Tag. Nie so kreativ wie verliebt – wenn die ganze Welt leuchtet. Später dann Beziehungsprobleme. Auch sehr kreativ und empfehlenswert. Dann Trennung und einsam. Eine extrem fruchtbare Zeit für Lyrikerinnen. Und es geht so schnell, wenn man nur eine Dichterin, keine Denkerin ist. Eigentlich könnte Lyrik ein Produkt des Computerzeitalters sein. Weiterlesen

Wann ist ein Buch ein Buch?

Hauspost CoverbildWenn es 49 Seiten hat, laut Unesco. Bleiben Gedichte dann immer Kinder? Oder sind sie eher Formeln für Fortgeschrittene? Mit 49 Jahren, sagte mir einmal ein Ethnologe, würden Männer bei bestimmten Indianerstämmen als weise gelten. 7 x 7, Jahre, Seiten. Rilke gelingt es oft schon mit sieben Zeilen, nicht nur ein Leben, sondern unser Leben zu verdichten auf diesen einen Atemzug, mit dem wir ein Gedicht lesen.