FKK

Aus der Schreibmaschine geplaudert

Heute ist Fasching. Da wage ich es. Und finde es faszinierend, dass dieser in Fanzines oft veröffentlichte Text aus dem Schreibmaschinen-Zeitalter heute so  für mich nicht mehr schreibbar wäre. Ich schaue alte Derricks und Tatorte allein deshalb, weil ich mich an den grauen Wählscheibentelefonen erfreue. Es sind Zeitdokumente. Und in den 1980er-Jahren … das gab es kein Me-too und Sexismus war normal wie der Klaps auf den Po der Kellnerin.

FKK

Baumelnde Schwänze. Kurz, Rollmops, krumm. Schlagen gegen Schenkel, verlieren sich in Andeutungen. Geschlechtlichkeit – weit und breit die einzige Krankheit. Fortpflanzungsgeschwüre, Lustabszesse, Hautauswüchse, Blutherde.

Herr Dickdorf steht vor Frau Bergheim. Seine Stricknadel schaukelt in ihrer Augenhöhe. Sie siezen sich. Nichts rührt sich. Wir sind frei.

Neuankömmlinge werden skeptisch gemustert. Anarchisten tragen die Fahne der Badebekleidung. Sonnenbrillen sind Armutszeugnisse.

Am Wasser herrscht reger Verkehr. Was da alles pendelt und tropft. Links, rechts, Debreziner, Weißwürste; ein Ei hängt immer tiefer. Nacktheit kontra Erotik. Tiere treiben es auch ohne Brimborium.

Wenn sie wenigstens ein Fell hätten für ihre Fleischaufschwemmungen, schlaffen Milchtüten, Bauchschürzen, Kartonärsche. Nur die Kugelbäuche der Männer schweben auf dünnen, staksigen Beinen.

Junge Pärchen, oft bettwarm, müssen sich als männliche Hälfte auf den Bauch legen, meistens nur, wenn sie ihre Frauen betrachten.

Frauen haben nichts zu verstecken.

Das Wasser wäscht alle Schuld fort. Die Männerwürste schrumpfen, die Frauennippel wachsen.

Mann und Frau passen eben nicht zusammen.

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